Lift and Shift oder Re-Factoring

Die vielen Wege der Cloudifizierung

Cloud
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Welchen Ansatz sollten Unternehmen beim Umzug in die Cloud fahren? Ein Patentrezept dafür gibt es nicht, da sich je nach Ausgangslage unterschiedliche Vorgehensweisen für die Cloudifizierung anbieten.
Heutzutage müsse jedes Unternehmen eine Software-Schmiede sein, meint bekanntlich Microsofts CEO Satya Nadella. Genauso sieht das Karl-Heinz Streibich, CEO der Software AG: „Die Digitalisierung findet jetzt auf der wertschöpfenden Seite statt“, sagte er auf dem Tag der Deutschen Industrie im vergangenen Jahr. Die Digitalisierung basiere auf dem Bewusstsein, dass Software-Plattformen „den Kern der neuen Geschäftsmodelle“ darstellen. Für diese Software-Plattformen würden Unternehmen Fachkräfte benötigen, die „Software verstehen“.
Gerade darin sehen viele Mittelständler eine enorme He­rausforderung. Denn für sie gilt es auf einmal, proprietäre Altlasten-Software für die massive Skalierbarkeit der IoT-Ära fit zu machen. Die technischen Kompetenzen, die hierzu benötigt werden, stehen nicht allen Unternehmen frei zur Verfügung. Hinzu kommen zusätzliche Hürden im Zusammenhang mit der Notwendigkeit der Einhaltung regulatorischer Vorschriften wie der Datenschutz-Grundverordnung. So viel Transformation auf einmal lässt sich nicht so leicht bewältigen.
Karl-Heinz Streibich
Karl-Heinz Streibich
CEO der Software AG
„Die Digitalisierung findet jetzt auf der wertschöpfenden Seite statt.“

Schwierige Transformation

Die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen gestaltet sich offenbar deutlich schwieriger als erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des ECM-Herstellers D.velop. Die „Branchenstudie Digitalisierungsstatus 2017“ habe „erhebliche Defizite gerade in der Projektrealisierung“ aufgedeckt, wie Mario Dönnebrink, Vorstand Marketing und Vertrieb und CMO bei D.velop, zusammenfassend feststellt. Ursache für die ausbleibenden Erfolge der Digitalisierung, so die Studie, dürfte vor allem sein, dass es „vielen Unternehmen noch an einem ausreichenden digitalen Know-how fehlt“. Diese Einschätzung bestätigten knapp 40 Prozent der Befragten. Doch damit nicht genug: Auch Probleme bei den Zieldefinitionen und der methodischen Umsetzung haben demnach negativen Einfluss auf die Erfolgsquote der Digitalisierungsmaßnahmen. Als weitere Ursachen nannten die Befragten Herausforderungen bei den Kosten- und Zeitplanungen im eigenen Betrieb. In jedem vierten Fall verwiesen sie zudem ausdrücklich auf übergeordnete Instanzen der Fachbereiche als nicht hinreichend förderlich für den digitalen Wandel.
Dabei sind die Prognosen eigentlich ermutigend. Laut einer McKinsey-Studie soll Deutschland gerade einmal 10 Prozent seines digitalen Potenzials ausschöpfen. Würden mittelständische Unternehmen hierzulande die Möglichkeiten der Digitalisierung in vollem Umfang nutzen, ergäbe sich daraus bis 2025 ein zusätzliches Wertschöpfungspotenzial von rund 126 Milliarden Euro, rechnen die McKinsey-Analysten im Studienbericht „Die Digitalisierung des deutschen Mittelstands“ vor.
Um dieses Wachstum zu realisieren, müssen Unternehmen die IT-spezifischen Herausforderungen der Digitalisierung, darunter die „Cloudifizierung“ ihrer IT-Arbeitslasten, meistern. Ein klassisches Beispiel stellt die Auslagerung temporärer kritischer IT-Arbeitslasten in die Cloud dar, auch bekannt als Cloud-Bursting.
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