Software-Anbieter rollen den Cloud-Markt auf

Komplettlösung für KMUs

von - 21.11.2017
Anders als Salesforce oder SAP verfolgt Sage keine Plattformstrategie, sondern setzt ganz auf Software as a Service. Das britische Software-Unternehmen hat mit dem Schritt in die Cloud lange gewartet, ist aber heute mit seiner cloud­basierten Version der ERP-Suite X3 sowie aufgabenspezifischen Lösungen, etwa für die Reisekostenabrechnung, recht erfolgreich. „Sage konnte sich in einigen Märkten wie Australien und Großbritannien zum Marktführer für Payroll-Lösungen entwickeln“, sagt ISG-Advisor Henkes. „Unsere Cloud-Lösungen sind global in vielen Ländern verfügbar und erfüllen die dort existierenden Steuervorgaben – ein großes Plus insbesondere auch für international tätige Kunden“, erklärt Oliver Henrich, Vice President Product Engineering Central Europe bei Sage, das Erfolgskonzept hinter dieser Entwicklung.
Oliver Henrich
Oliver Henrich
VP Product Engineering Central Europe bei Sage
Foto: Sage
„Unsere Cloud-Lösungen sind global in vielen Ländern verfügbar und erfüllen die dort existierenden Steuervorgaben.“
Strategisch konzentriert sich der Anbieter mit seinen Cloud-Angeboten auf kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 2000 Mitarbeitern, denen er eine komplette Abwicklung ihrer Geschäftsprozesse von der Warenwirtschaft über die Finanz- bis hin zur Lohnbuchhaltung ermöglichen will. „Sage versucht, von seinem traditionellen Image als ERP-Anbieter wegzukommen, allerdings sind noch nicht alle Cloud-Produkte auch auf deutscher Ebene verfügbar“, sagt Heiko Henkes von ISG Research.
Sage arbeitet eng mit dem Cloud-Experten Salesforce zusammen und bietet über dessen App-Store AppExchange sein Produkt „Sage Live“ an, das unter anderem eine vollständige Finanzbuchhaltung unter Einhaltung der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) ermöglicht. Lösungen außerhalb der Salesforce-Plattform lassen sich laut Sage-VP Henrich über Webservices, APIs und REST integrieren. „Dabei können fremde Daten in Form von Feeds in Sage Live importiert und automatisiert verarbeitet werden.“ Beispielsweise ließen sich auf diese Weise Kontoauszüge einlesen und verarbeiten. „Wurde eine offene Rechnung bezahlt, aktualisiert sich diese Information entsprechend automatisch in
Sage Live.“
Die Zusammenarbeit von Sage und Salesforce ist nur ein Beispiel für die zahlreichen und teilweise sehr engen Kooperationen mit der Konkurrenz – vor allem dem unangefochtenen Marktführer Amazon Web Services. „Mit AWS verbindet uns eine langjährige und enge Partnerschaft“, sagt Harald Esch von Salesforce. Das Unternehmen verwende neben eigenen Rechenzentren bevorzugt die Public-Cloud-Infrastruktur von AWS, um seine Services zu betreiben. „Gleichzeitig nutzt AWS seit dem Start im Jahr 2006 unsere CRM-Lösung Sales Cloud.“
Auch SAP setzt zunehmend auf Allianzen. Die Lösungen des Herstellers werden beispielsweise auch über die Infrastrukturen von Amazon Web Services oder Azure angeboten. Seit Kurzem gibt es außerdem eine Vereinbarung mit Rackspace. Der Managed-Cloud-Provider hostet SAP-Lösungen in einer eigenen Private Cloud und bietet sie Kunden im Abomodell an. Dieses erlaubt es Kunden, über die Private Cloud des Hosters auf gebrauchsfertige SAP-Lösungen zuzugreifen.
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