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Software-Anbieter rollen den Cloud-Markt auf

Was macht SAP?

von - 21.11.2017
Umsätze im Cloud-Markt weltweit
2015 bis 2020: Die Ausgaben für Cloud-Hardware, -Software und -Services wachsen von rund 180 auf 390 Milliarden Dollar. Der Löwenanteil entfällt auf die Public Cloud
(Quelle: Bain and Company )
Schon 2014 hatte Salesforce-CEO Marc Benioff klargemacht, wen er als seinen Hauptkonkurrenten ansieht: SAP, den drittgrößten Software-Konzern der Welt. „Wir werden SAP kurzfristig überholen“, erklärte er in einem Interview mit dem „Manager Magazin“. Noch ist Benioff von diesem Ziel weit entfernt. Im Fiskaljahr 2017, das am 31. Januar 2017 endete, setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben knapp 8,4 Milliarden Dollar um. SAP erzielte in seinem Fiskaljahr 2016, das dem Kalenderjahr 2016 entspricht, mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz.
SAP ruht sich auf diesem Vorsprung und seiner großen installierten On-Premise-Basis aber nicht aus, sondern versucht selbst, ein Stück vom Cloud-Markt abzubekommen – allerdings noch nicht mit der letzten Konsequenz, wie ISG-Advisor Heiko Henkes meint: „SAP ist mit seinem Kernprodukt Enterprise Resource Planning noch nicht in der Cloud angekommen und verliert entsprechend Marktanteile.“ Dass noch ein weiter Weg vor dem Konzern liegt, zeigen auch die Zahlen des vergangenen Jahres: Mit annähernd 3 Milliarden Euro machte das Cloud-Geschäft lediglich rund 14 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Auch die Walldorfer haben den Trend in Richtung Business-Plattformen erkannt und adressieren laut Henkes mit der Unterstützung offener Programmiersprachen zunehmend Entwickler, die bisher durch die proprietäre SAP-Programmiersprache ABAP abgeschreckt wurden.
Martin Fassunge, Chief Product Owner IoT – SAP Cloud Platform, hat dabei vor allem zwei Anwendergruppen im Blick: Entwickler von neuen Business-Applikationen, beispielsweise für IoT-Szenarien oder Machine-Learning-Anwendungen, und solche, die kundenspezifische Erweiterungen für bestehende Anwendungen implementieren oder ihr Produktportfolio an die SAP Cloud Platform anpassen wollen.
„Auch Systemintegratoren profitieren (…), denn mit den Services und Werkzeugen der SAP Cloud Platform können sie komplette Kundenprojekte implementieren“, sagt Fassunge. Mit Schnittstellen zu On-Premise-Installationen und verschiedenen Cloud-Providern adressiert SAP zudem die von Bain-Partner Zies skizzierte Integration in Hybrid- und Multi-Cloud-
Szenarien.
„SAP fokussiert sich auf den Aufbau der SAP Cloud Platform, die eine Art Inkubationszelle für die eigene HANA-Suite im Umfeld ERP und Datenbanken sein soll“, sagt Heiko Henkes. Sogenannte Enterprise-APIs sollen die Anforderungen großer Kunden an Sicherheit und Compliance erfüllen.
SAP bietet seine Cloud-Plattform unter anderem aus eigenen Rechenzentren heraus an und adressiert damit ebenfalls die Sicherheitsbedenken der Anwender. „Wir können somit auch einen EU-only-Access gewährleisten, was für Kunden mit dedizierten Datenschutzvorschriften extrem wichtig ist“, erklärt Chief Product Owner Fassunge. Cloud-Platform-Integration(CPI)-Services sollen den Kunden dabei unterstützen, das Cloud-Angebot von SAP mit dem restlichen Portfolio zu verbinden. „Die Integrationsunterstützung reicht von der Einbindung einzelner Schnittstellen bis zur übergreifenden Betrachtung ganzer Geschäftsprozesse“, so Fassunge weiter.
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