Alles läuft auf Hybrid Clouds hinaus

Der Weg in die Hybrid Cloud

von - 04.08.2017
Das Fehlen einer echten, langfristigen Cloud-Strategie ist Veritas-Manager Bechter zufolge ein echtes Manko: „Bevor man mit dem Aufbau einer hybriden Infrastruktur beginnt, sollte man sich erst einmal über Datenströme und Speicherorte klar werden.“
Auch die Anforderungen an Infrastruktur und Applikationen sollten vorab in jedem Fall genau definiert werden, sagt Marcus Neumann von Atos Deutschland: „Häufig wird mit einer Cloud-Lösung begonnen und dann folgen weitere Komponenten. Das kann zu Problemen führen.“
Jörn Steege, Axians
Jörn Steege
Executive Cloud Architect
bei Axians IT Solutions
Foto: Axians
„Hybride Cloud-Lösungen sind so etwas wie der ­minimalinvasive Eingriff in die bestehende ­Systemlandschaft.“
Vor allem das heute so übliche Cloud-Shopping der einzelnen Fachabteilungen sieht Neumann kritisch: „Für den Aufbau einer Hybrid-Cloud-Infrastruktur sollte die Cloud-Strategie des gesamten Unternehmens im Vordergrund stehen – und damit Vorrang vor den Einzelstrategien der IT und der Fachbereiche haben.“

Fazit

Hybride Infrastrukturen sind in vielen Unternehmen weltweit bereits Alltag. Oft entstehen sie auch beiläufig, weil Fachabteilungen oder auch die IT selbst Dienste in der Cloud buchen oder Cloud-Ressourcen für Testumgebungen und zum Abfangen von Lastspitzen einsetzen.
Häufig mangelt es bei diesen Schnellschüssen jedoch an einer wirklichen Integration der lokalen Umgebung mit den Cloud-Instanzen. Auch Anforderungen der Compliance, des Datenschutzes und der IT-Sicherheit werden oft genug nur unzureichend berücksichtigt.
Matthias Zacher, IDC
Matthias Zacher
Research & Consulting ­Manager bei IDC ­
Central Europe
Foto: IDC
„Unternehmen nutzen selten lediglich ein einziges Cloud-Modell.“
Als Unternehmen sollte man deshalb zunächst einmal eine solide Basis für die integrierte Nutzung verschiedenster Ressourcen schaffen, bevor man mit der Migration beginnt. Nur so lassen sich die Risiken eindämmen und die Vorteile dieses hybriden Modells optimal nutzen.
Die Herausforderungen für das Unternehmen sind dabei nicht zu unterschätzen, denn die Verwaltung solch heterogener Umgebungen ist alles andere als einfach, sondern vielmehr äußerst komplex.
Wer lokale Ressourcen und Cloud-Instanzen erfolgreich miteinander verbinden will, braucht dabei profunde Kenntnisse in beiden Welten.
Nicht zuletzt deshalb ist die von den Analysten von Gartner empfohlene Strategie, sich auf einen bevorzugten Cloud-Provider zu konzentrieren, sinnvoll. Sich in dessen Welt einzuarbeiten, ist schon eine Herausforderung. Die tiefe Kenntnis mehrerer Cloud-Ökosysteme ist fast sogar ein Ding der Unmöglichkeit.
Allerdings sollte man beachten: Über kurz oder lang wird das hybride Modell wieder an Bedeutung verlieren. Davon ist zumindest Constantin Gonzalez von Amazon Web Services fest überzeugt: „Langfristig werden Unternehmen den allergrößten Teil ihrer Infrastruktur nur noch in der Cloud betreiben.“
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