Die Cloud-Hyperscaler AWS, Microsoft und Google

Google: Provider mit Nerd-Faktor

von - 19.09.2017
Google ist als Technologieführer hoch angesehen. Produkte wie das von ihm entwickelte und dann als Open Source freigegebene Machine-Learning-Framework TensorFlow können auf eine große Fangemeinde unter den Entwicklern bauen. Das Unternehmen hat sogar eigene Hardware entwickelt, die sogenannten Tensor Processing Units (TPU), die für maschinelles Lernen mit Hilfe neuronaler Netze optimiert sind. Ähnliches gilt für Big-Data-Anwendungen wie das von Goo­gle entwickelte Data-Warehouse BigQuery oder den Managed Service Dataflow für Batch- und Streaming-Analysen.
Auch der Deutschland-Chef des Rechenzen­trum-Konzerns Equinix Donald Badoux bescheinigt Google hohe technische Kompetenz: „Kunden ziehen erhebliche Vorteile aus Goo­gles sehr großem Know-how bei Container-Services, Machine Learning, Analytics und Big-Data-Anwendungen.“
Lars Göbel
Lars Göbel
Leiter Strategie & Innovation bei der DARZ GmbH
Foto: DARZ
„Die Angebote der Hyperscaler sind sehr umfangreich, aber auch sehr kompliziert“
Im Enterprise-Umfeld wird das Unternehmen allerdings nicht als ernsthafte Cloud-Alternative zu AWS oder Azure gesehen: „Goo­gle versucht aufzuholen, tut sich aber schwer“, sagt DARZ-Manager Göbel. „Das Unternehmen ist viel zu technisch aufgestellt und hat zu wenige Partner“, pflichtet ihm Carlo Velten bei. Die Programme seien da, das Unternehmen aber einfach noch nicht so weit, diese umzusetzen. Wenn Google zum Zuge komme, dann vor allem über die Kosten: „Das Preis-Performance-Verhältnis ist bei vielen Diensten exzellent, wenn man damit umgehen kann.“ Nachfragen zu Google kommen bei Axians nur vereinzelt vor, erklärt Jörn Steege: „Google ist vor allem dann interessant, wenn es um Analytics oder Künstliche Intelligenz geht.“
Nachholbedarf hat Google auch bei der regionalen Abdeckung. In Asien ist der Provider nur mit drei Standorten vertreten, in Südamerika überhaupt nicht. Das Fehlen einer deutschen Verfügbarkeitszone wie sie AWS und Microsoft bieten, dürfte hierzulande vor allem Anwender aus hoch regulierten oder sicherheitssensiblen Branchen bisher abgeschreckt haben. Google ist derzeit allerdings kräftig dabei, Standorte auszubauen. Erst kürzlich wurde in London eine zweite westeuropäische Region mit drei Verfügbarkeitszonen eröffnet, weitere europäische Regionen in Deutschland, Finnland und den Niederlanden sollen folgen, ebenso eine südamerikanische Dependance mit Sitz in São Paulo.
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