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Standards für die Industrie 4.0

Nur keinen Konkurrenzkampf der Standards

von - 29.10.2015
Wie schlecht es andernfalls laufen könnte, zeigt das Feld der Heimautomatisierung. Jeder Hersteller dort kocht, trotz einiger Allianzen, sein eigenes Süppchen. Kompatibilität gibt es bislang wenig, und Mitbewerber werden gern einmal ausgegrenzt. Darunter leiden die Anwender. Sie sind gezwungen, sich für ein Ökosystem zu entscheiden und innerhalb dieses Systems mit seinen Vor- und Nachteilen zu bleiben.
Einen Konkurrenzkampf der Standards und Unternehmen kann sich die von der Bundesregierung ausgelobte Industrie 4.0 allerdings gar nicht leisten. Schließlich handelt es sich um ein Zukunftsprojekt, das die Industrienation Deutschland mit Hilfe der Digitalisierung stärken und das über Jahrzehnte hinweg den Wohlstand sichern soll. Den Wohlstand der Unternehmen, der Bürger, des Landes.
Die Standards für die Industrie 4.0 sollen eine babylonischen Sprachverwirrung und damit womöglich zueinander inkompatible Systeme verhindern. Jedes Teil der Wertschöpfungskette muss sich nahtlos integrieren lassen, ohne langwierige Adaptierung proprietärer Standards oder die Entwicklung entsprechender Schnittstellen. Eine Industrie 4.0, eine Sprache muss das Ziel lauten.
Natürlich bedeutet das auch, dass sich konkurrierende Unternehmen einem gemeinsamen Ziel verschreiben und sich damit gegenseitig stärken müssten. Allein kann es ein Unternehmen ohnehin nicht schaffen.
400 Millionen Euro hat sich die Bundesregierung das Projekt Industrie 4.0 bislang kosten lassen. Als einen wesentlichen Zwischenschritt hat sie mit Unterstützung mehrerer Verbände die sogenannte Plattform Industrie 4.0 aus der Taufe gehoben (www.plattform-i40.de).
Involviert sind der IT-Verband Bitkom, der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI). Die Plattform soll die Normen und Standards für die Industrie 4.0 festlegen, eine sichere Grundlage schaffen und daraus eine Referenzarchitektur ableiten. Der Haken dabei: Aufgrund des Verbänderechts dürfte die Plattform Industrie 4.0 die Standards aber gar nicht veröffentlichen.
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