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Ein Rechen­zentrum als Untermieter

Co-Location nach Plan

von - 06.11.2019
Co-Location in Planung
(Quelle: IDC )
Die Nutzung von Co-Location-Services entlastet ein Unternehmen von vielem, die möglichen Folgen von Co-Location dürfen aber nicht übersehen werden. Die Marktforscher von Gartner geben wichtige Hinweise dazu:
Unternehmen müssen ein Ökosystem von Service-Partnern aufbauen, um skalierbare, agile Infrastrukturen zu ermöglichen.
Unternehmen benötigen Tools zur Überwachung und Verwaltung von Assets und Prozessen, jederzeit und überall.
Die Umstellung auf digitale Infrastrukturen wird zu einer drastisch zunehmenden Komplexität führen, sodass die Mitarbeiter umgeschult werden müssen.
Die Stromversorgungskapazitäten des Rechenzentrums müssen den Kundenanforderungen entsprechen.
Die Aufrechterhaltung einer Exit-Strategie ist von entscheidender Bedeutung. Bevor ein Unternehmen in ein Co-Location-Rechenzentrum einzieht, sollte es unbedingt wissen, wie es von dort wieder ausziehen kann, ohne den eigenen IT-Betrieb zu unterbrechen und zu gefährden. Sonst hat die Untermiete in einem Rechenzentrum womöglich später eine (teure) Betriebsunterbrechung zur Folge.

Fazit & Ausblick

Die Experten bewerten die weitere Entwicklung von Co-Location in Deutschland durchaus unterschiedlich.
„Primäres Problem der Co-Location-Branche in Deutschland sind ganz klar die Strompreise, welche einen fairen Wettbewerb mit Anbietern im Ausland sehr schwierig machen. Technisch, personell und rechtlich sind die deutschen Standorte hingegen sehr gut aufgestellt“, meint Roman Bansen
von Bitkom.
„Die Strompreise spielen bei ganzheitlicher Betrachtung der Kosten eher eine untergeordnete Rolle“, sagen dagegen Peter Starziczny und Hartwig Bazzanella vom VIRZ. „Das  größte Problem ist bei dem wachsendem Markt eher der Mangel an qualifizierten Fachkräften sowie erfahrenen Führungskräfte im Bereich der angewandten Compliance.“
Doch die Co-Location-Branche macht Fortschritte, womit der Ausblick insgesamt positiv ausfällt: „Wir als VIRZ beobachten mittlerweile eine gute Entwicklung der Co-Location-Anbieter vor allem im Bereich der Compliance, sodass zum  Beispiel Banken und Versicherungen als regulierte Unternehmen auch eine kritische Infrastruktur ohne große Bedenken outsourcen können. Dies beginnt jetzt im Bereich Co-Location, wird sich aber mittelfristig im Bereich IaaS und PaaS ausweiten.“
Top 10 Auswahlkriterien
Laut einer Online-Umfrage des Co-Location-Anbieters Maincubes haben Firmen bei der Anbieterwahl diese Prioritäten:
  1. Stromversorgung
  2. Konnektivität
  3. Client-Zugriff
  4. Stromzuführung
  5. Vor-Ort-Ingenieure
  6. Notstromversorgung
  7. Sicherheit
  8. Hardware-Lagerung
  9. Racks
  10. Standort
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