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Neue Wege für schnelle Innovationen

Ein Laden ohne Kasse

von - 22.01.2020
Zufrieden ist auch der Convenience- und Food-Service-Anbieter Valora. „Der Ansatz der ,Garage‘ für die Innovationsentwicklung hat unsere Erwartungen übertroffen. Speziell die Arbeit ,offsite‘ in einer kreativen Um­gebung haben wir als sehr fördernd wahrgenommen“, fasst Dominique Martin zusammen. Sie ist Manager Consumer Apps & Data Services bei Valora. „Die Projektmitglieder konnten sich an einem neutralen Ort abseits ihrer alltäglichen Arbeit ganz auf das neue Thema konzentrieren. Diese Fokussierung und die enge Zusammenarbeit in einem kreativen Umfeld hätten inhouse wohl nicht in diesem Umfang erzielt werden können“, ist Martin überzeugt.
Die Mode-2 Garage nutzte die Gruppe für das Kick-off des Projekts „Avec Box“. Das Projektteam für die Woche dort bestand aus zwei Solution-Architekten, einem Mobile App­li­cation Developer und dem technischen Projektmanager. Zusätzlich waren Entwickler von Valoras externen Partnern vor Ort - teils die ganze Woche, teils an einzelnen Tagen. Als Ziele für die Garage hatte man sich bei Valora vorgenommen, dass sich das Projektteam kennenlernt, die Architektur der Gesamtlösung verifiziert ist, Entwicklungssysteme aufgesetzt und erste funktionsfähige Prototypen erstellt sind. Die Ziele wurden laut Martin vollständig erreicht. Die Woche in der Mode-2 Garage sei ein wichtiger Grundpfeiler für das erfolgreiche Projekt gewesen. Danach arbeitete das Team von Valora noch ein halbes Jahr weiter.
Severiyos Aydin
Severiyos Aydin
CEO und Gründer von Aidonic
http://aidonic.io
Foto: Aidonic
„Unsere Spendenlösung hat im Feld einwandfrei funktioniert.“
Das Ergebnis konnten Passanten und Reisende letzten Sommer im Züricher Hauptbahnhof selbst auspro­bieren: Da öffnete die Avec Box ihre Türen, der schweizweit erste kassenlose Convenience-Store. Dort konnten Kunden Waren aus den Regalen nehmen, die Preise abscannen und den Shop gleich wieder verlassen - ohne an der Kasse lange anzustehen, Kleingeld he­rauszukramen und vor Ort zu bezahlen. Abgerechnet wurde im Hintergrund über die App und die darin hinterlegten Kreditkartendaten.
„Wir haben den Garagen-Ansatz anschließend in Teilen übernommen und in Form eines Labors bei uns im Unternehmen aufgebaut, einem Ort, an den sich Projektmitglieder zurückziehen können, um an Projekten zu arbeiten und sich auszutauschen. In diesem Raum befinden sich auch alle Prototypen, um zu testen oder neue Ideen auszuprobieren“, erklärt Martin. Sie empfiehlt anderen Unternehmen, die sich für ein Projekt in der Garage interessieren: „Einfach ausprobieren und der Idee Raum geben. Die Garage ist ein sehr guter Ort, um Ideen voranzutreiben und sich mit Spezialisten und kreativen Personen intensiv und frei auszutauschen.“
UBS-Digital-Facrory
Zürich-West: Der neue Standort der „Digital Factory“ der Schweizer Großbank UBS.
Foto: UBS
Die Digitalfabrik der UBS
In der Finanz- und Versicherungsindustrie wird das Konzept der Garage für die Pro­duktentwicklung in eigenen Innovationslabors eingesetzt. In der „Digital Factory“ tüfteln Mitarbeiter der UBS an neuen digi­talen Angeboten. Vergangenes Jahr baute die Großbank den hauseigenen Innovations-Hub massiv aus. Dort sollen in kurzer Zeit neue digitale Produkte entstehen, die das Kunden­erlebnis verbessern und interne Prozesse vereinfachen. „Dazu arbeiten Spe­zialisten aus über 20 Disziplinen in hochvernetzter Weise zusammen, an mehreren Standorten weltweit“, erklärt Sabine Keller-Bus­se, Group Chief Operating Officer bei der UBS. Gearbeitet wird in einem Start-up-ähnlichen Betriebsmodell. Im Zentrum stehen agile Entwicklungsmethoden, interdisziplinäre Teams und Minimal Viable Products (MVPs).
Insgesamt sieben Innovations-Hubs betreibt die UBS weltweit. Ähnliche Einrichtungen gibt es etwa in London, New York und Shenzhen.
Mit dem Umzug ins Trendquartier Zürich-West letzten Mai wurde die Digital Factory zugleich massiv ausgebaut. Der neue Standort bietet auf drei Etagen mit knapp 4100 Qua­drat­metern nicht mehr nur Platz für 100, sondern für bis zu 600 Mit­arbeiter.
UBS-Mitarbeiter sind in der Digital Factory entweder permanent oder temporär tätig. Entwickelt haben sie dort bereits verschiedene Lösungen – darunter die Kreditvergabe-Plattform „UBS Atrium“. Über sie hat die Bank Zugang zu neuen Formen der Hypothekenfinanzierung. Dafür bringt die Plattform Hypotheken­nehmer und institutionelle Schweizer Investoren zusammen. In der Digitalschmiede der Großbank entstanden ist zudem die App „Kontoeröffnung online“. Dank der App können Kunden direkt nach dem Onboarding das E-Banking nutzen. Binnen weniger Tage erhalten Kunden ihre Debit- und Kreditkarten.
Für die eigenen Kundenberater entwickeln Spezialisten in der Digital­fabrik ein „Wealth Mana­gement Briefcase“. Dieses soll dafür sorgen, dass die Berater immer mit den neuesten Unterlagen in die Kundengespräche gehen.
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