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Neue Wege für schnelle Innovationen

Die smarte Kühltruhe

von - 22.01.2020
SAP Mode-2-Garage-Daniel Kölsch und Uli Eisert
Lehrreich: Daniel Kölsch (links) und Uli Eisert ziehen eine positive Bilanz des ersten Jahres der Mode-2 Garage von SAP.
(Quelle: computerworld )
Die Mode-2 Garage nahm im Sommer 2018 ihren Betrieb auf. Inzwischen konnten Eisert und Kölsch die Entwicklung von 25 Prototypen von Kunden aus unterschiedlichsten Branchen begleiten, darunter Auto­motive, verarbeitende Industrie, Pharma, Bauwirtschaft und Einzelhandel. Das erste Projekt startete SAP mit dem Gebäck- und Eishersteller Midor. Das Ergebnis präsentierte das Projektteam letztes Frühjahr auch auf SAPs Hausmesse „Campus“ in Basel, wo das Projekt Aufsehen erregte. Fachleute von Midor und SAP haben in der Mode-2 Garage an einem Ansatz gearbeitet, Eistruhen quasi zu digitalisieren.
Etwa 4.000 bis 5.000 Kühltruhen hat Midor an seine Kunden verliehen. Allerdings ist unklar, ob und wie die Geräte genutzt werden. Manche stehen ungenutzt in Kellern oder kühlen andere Produkte als die von Midor. Die Idee bestand darin, eine technische Lösung zu entwickeln, die hilft, aufzuzeigen, an welchem Ort sich eine Kühltruhe befindet, wie kalt es in der Truhe ist, welche Luftfeuchtigkeit in ihr herrscht und welche Eissorten aktuell vorrätig sind. Auf diese Weise wäre auch nachvollziehbar, wo die Eistruhen sind, ob diese überhaupt an­geschlossen sind, ob versehentlich eine Tür offen gelassen wurde und wann Eis nachbestellt werden muss.
Für die Projektplanung lud man auch einen Bad-Betreiber ein, denn Freibäder sind eine der Hauptzielgruppen für die Kühltruhen. In der Diskussion zeigte sich, dass die Zielgruppe an der angedachten Lösung wenig interessiert ist. Ein Mehrwert sei aber, Vorschläge für Eissorten zu bekommen, die wirklich gut laufen - etwa einen Benchmark über alle Schwimmbäder hinweg, auf dessen Basis Empfehlungen für das Sortiment abgegeben werden. Das Interview mit dem Midor-Endkunden war ein wichtiger Teil des Design-Thinking-Workshops, denn nur durch die ausführliche Diskus­sion mit der Zielgruppe ließ sich herausfinden, ob die Idee einer smarten Eistruhe bei den Kunden auch wirklich ankommt.
Doch wie vermittelt man einem IT-System, dass in einem Freibad jemand ein Schoko-Eis aus einer bestimmten Kühltruhe herausgenommen hat? Dafür zog das Projektteam einige technische Register: Wenn ein Kunde der smarten Kühltruhe ein Eis entnimmt, dann registriert das ein Bewegungsmelder und eine Kamera knipst fünf Bilder, die dazu dienen, die Eissorte zu identifizieren. Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren registrieren, wenn es wärmer und feuchter wird, die Indizien dafür, dass die Tür der Kühltruhe offen steht. Zusätzlich gibt ein GPS die Geodaten in die Cloud weiter.
Für die Entwicklung des Prototyps beschränkte sich das Team auf drei Eissorten. Mit gerade einmal Hundert Bildern trainiert, lag die Erkennungsquote der entnommenen Eissorten bereits bei 84 Prozent. Zudem entwickelte das Projektteam ein Dashboard, auf dem Informationen zur Truhe übersichtlich dargestellt werden.
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