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Der Kampf um die guten Mitarbeiter

Unternehmen auf dem Prüfstand

von - 19.12.2019
Herausforderungen im IKT-Sektor
Fragestellung: "Welche Faktoren sehen Sie in den nächsten zwei Jahren als Bremsklötze im IKR-Sektor?"
Ohne qualifizierte Mitarbeiter geht nichts: Für die Mehrheit der Unternehmen ist der Fachkräftemangel die größte Bremse.
(Quelle: ICT Analytics, n = 316 (2019), n = 301 (2018), bis zu fünf Mehrfachnennungen )
Wie gut die Bedingungen bei einem Arbeitgeber wirklich sind, das lässt sich heute ziemlich einfach mit Portalen wie Kununu oder Glassdoor herausfinden. Solche Firmenbewertungsplattformen bieten aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitern die Möglichkeit, den Arbeitgeber anhand diverser Kriterien zu bewerten. Wer sich also bei einem Unternehmen bewerben will, der bekommt dank dieser Plattformen ungeschminkte Informationen über den potenziellen Arbeitgeber. Die Auszeichnung „Great Place to Work“ erhalten qualifizierte Arbeitgeber vom gleichnamigen Institut. Organisationen ab 20 Personen können dort mitmachen. Für das Ranking werden die Mitarbeiter der teilnehmenden Firmen anonym zu ihrer Meinung über den Arbeitgeber befragt.
Das Team von UMB wurde bereits dreimal hintereinander vom „Great Place to Work“-Institut als bester Arbeitgeber der Schweiz in der Kategorie der mittelgroßen Unternehmen ausgezeichnet (50 bis 249 Mitarbeiter). 2020 wird sich das UMB-Team in der Kategorie der Firmen mit mehr als 250 Angestellten erstmals mit den Großunternehmen messen. Denn das Unternehmen ist mitlerweile gewachsen. Laut Matthias Keller arbeiten an den acht Standorten der IT-Firma inzwischen insgesamt über 360 Kolleginnen und Kollegen. Auf die Begriffe „Angestellte“ oder „Mitarbeiter“ verzichtet der UMB-Chef übrigens bewusst.
Außerdem erreichte UMB 2018 im Ranking der besten Arbeitgeber Europas - ebenfalls erstellt vom „Great Place to Work“-Institut - aus 2.800 geprüften Unternehmen den sechsten Rang. Für Keller ist klar, dass solche Auszeichnungen und positiven Bewertungen beispielsweise auf Kununu dabei helfen, potenzielle Kolleginnen und Kollegen vom Unternehmen zu überzeugen. „In Bezug auf die Strahlkraft des Unternehmens hilft uns das natürlich enorm“, sagt der Unternehmer. Denn in der IKT-Branche werde nicht nur um die Kunden, sondern auch um die guten Talente gekämpft.

Langjähriger Prozess

Solche Auszeichnungen gibt es laut Keller nicht von heute auf morgen. „Vor zehn Jahren haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis 2020 vom ‚Great Place to Work’-Institut zum besten Arbeitgeber Europas gekürt zu werden“, erklärt der CEO. Da ist er mit UMB noch nicht ganz angekommen. „Aber es hat dazu geführt, dass wir uns Jahr für Jahr in Workshops, Führungstrainings und Teamzufriedenheitsumfragen laufend hinterfragt haben. Die guten Resultate, die wir dabei erzielt haben, haben wir als Motivationsspritze genommen, um uns weiter zu verbessern.“
Sein Team kann zudem über ein Innovationsportal jederzeit Verbesserungsvorschläge einreichen. Mehrere davon werden jedes Jahr umgesetzt - beispielsweise ein neues Arbeitszeitmodell, nachdem Anpassungen und Verbesserungen gewünscht wurden. „Aufgrund des Feedbacks aus dem
Team haben wir dieses vor zwei Jahren komplett überarbeitet. Das neue Modell bietet nun deutlich mehr Flexibilität und unternehmerische Eigenverantwortung“, berichtet Keller.
Wie viele andere Firmen setzt auch der UMB-Chef zur Mitarbeiterbindung auf Aus- und Weiterbildung. Die eigene UMB Academy werde intensiv zum internen Austausch von Know-how genutzt. Die Firma engagiert aber auch externe Referenten und bietet für das Team Kurse an, die über das Technische hinausgehen - von Persönlichkeitsentwicklung über Präsentations-Skills bis zur Ernährungslehre. Eine weitere Änderung betraf das Ausbildungsbudget. Es wurde gänzlich abgeschafft. Keller zufolge hat jeder Teamleader nun ohne Budgetrestriktion freie Hand, mit jeder Kollegin und jedem Kollegen individuell zu entscheiden, wie viel Zeit in die Ausbildung investiert werden soll. „Dadurch sind unsere Ausgaben für die Aus- und Weiterbildung zwar deutlich gestiegen, aber das kommt dem Unternehmen schließlich wieder zugute.“
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