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IT-Fusion bei Unitymedia und Kabel BW

„Die Belastung war sehr groß – physisch und mental“

von - 14.06.2015
Unser Interviewpartner ist Jan Bock, Senior Vice President Information Technology bei Unitymedia Kabel BW.
Jan Bock, Senior Vice President Information Technology, Unitymedia Kabel BW.
Jan Bock, Senior Vice President Information Technology, Unitymedia Kabel BW.
com! professional: Wie groß war die Belastung für die IT-Abteilung mit der Umsetzung von Mach 1?
Jan Bock: Die Belastung für uns alle war über einen längeren Zeitraum zugegebenermaßen schon sehr groß, sowohl mental als auch physisch. Wir mussten zu einem bestimmten Termin liefern. Verschiebungen hätten dazu geführt, dass sich andere Projekte verzögert hätten. Dazu lief parallel auch noch das Tagesgeschäft.

com! professional: Den Zeitplan hat Ihr Team einhalten können. Mit oder ohne Überstunden?

Bock: Wir haben in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat tatsächlich einige zusätzliche Schichten einschieben müssen, das ließ sich leider aufgrund zusätzlicher Arbeit nicht vermeiden. Manchmal auch an den Wochenenden und insbesondere zum Ende des Projekts. Positive Gleitzeitsalden haben wir nach Projektabschluss zeitnah abgebaut.
com! professional: Bei der Planung wurden sicherlich kritische Stolpersteine ausgemacht. Was hätte das Projekt scheitern lassen können?
Bock: Viele und komplexe Teilprojekte, die alle in Abhängigkeit zueinander standen. Eine missglückte Integration hätte sich zum Beispiel negativ auf unsere Kundenbeziehungen ausgewirkt. Zur Veranschaulichung des Vorhabens einige Zahlen: Das Projekt lief von November 2012 bis Juni 2014. Insgesamt haben wir 28 verschiedene Teilprojekte aufgesetzt. 400 Projektmitarbeiter, 40 Lieferanten sowie zwölf Fachbereiche waren beteiligt. Umgerechnet waren dies rund 15.000 Mann­tage und etwa zwei Milliarden migrierte Datensätze.
com! professional: Und mit welchen Problemen waren Sie und Ihr Team dann tatsächlich konfrontiert?
Bock: Ehrlich gesagt bin ich sehr zufrieden mit dem Verlauf. Durch die gute Vorbereitung, die Planung und sehr motivierte Mitarbeiter haben wir das Projekt erfolgreich beendet. Einige Nachwehen gab es nach der Umstellung natürlich auch, die wir aber schnell in den Griff bekommen haben, da wir darauf vorbereitet waren.
com! professional: Wie viel digitale Transformation steckt in der Fusion der beiden Firmen?

Bock: Mach 1 war keine digitale Transformation. Das Projekt war die Grundlage für die digitale Weiterentwicklung unseres Unternehmens.
Die IT ist ein wichtiger Baustein unserer Wertschöpfungskette. Ohne unsere IT-Systeme könnten wir weder Internet-, TV- und Telefoniedienste bereitstellen noch Kundenaufträge abwickeln.
com! professional: Ihren Blick Richtung Beginn der Projektplanung gewandt – was hätten Sie aus heutiger Sicht vielleicht anders angehen sollen?
Bock: Ich würde noch mehr Energie am Anfang des Projekts investieren, damit es auf der Zielgeraden etwas entspannter wird.
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