Intelligent-Operations-Provider

Provider im Detail

von - 13.12.2018
Im Midmarket wurden die Provider All for One Steeb, Arvato Systems, Atos, Axians, Cancom, Fujitsu und die Deutsche Telekom von ISG als Leader bewertet. Atos und die Deutsche Telekom sind außerdem auch im Leader-Quadranten für Large Accounts vertreten.
All for One Steeb: Für All for One Steeb spricht laut ISG-Studie unter anderem ein umfangreiches Portfolio aus Private-, Public- und Hybrid-Cloud-Lösungen, das sich nahtlos in eine umfassende hybride Cloud-Architektur integrieren lasse. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrungen aus dem SAP- und Microsoft-Umfeld sowie dem Bereich Managed Services. „Unseren eigentlichen Mehrwert sehen wir darin, dass wir beides verbinden und dafür geeignete Infrastrukturen bereitstellen – von der Rechenzen­trums-Co-Location bis zu den großen Cloud-Plattformen“, erklärt Michael Scherf, Mitglied der Geschäftsleitung in der All for One Steeb AG und verantwortlich für Managed-Cloud-Services.
Michael Scherf
Michael Scherf
Mitglied der Geschäftsleitung bei All for One Steeb
Foto: Jörg Jäger
„Bei uns erhalten Unternehmen Intelligent Operations wie von den ganz großen Providern, aber kulturell und aus Prozess-Sicht auf Augenhöhe.“
Als mittelständischer Anbieter versteht der Provider laut Geschäftsleitungsmitglied Scherf nicht nur die technischen Grundlagen, sondern außerdem die Geschäftsprozesse seiner Unternehmenskunden. „Bei uns erhalten Unternehmen Intelligent Operations wie von den ganz großen Pro­vidern, aber kulturell und aus Prozess-Sicht auf Augenhöhe.“
Arvato Systems: Die Bertelsmann-Tochter Arvato Systems bietet mit ihrem „SmartShift“ genannten Ansatz eine schrittweise Umstellung auf Cloud-Computing an. „Jedes Unternehmen wird von den Beratern genau an der Stelle abgeholt, wo es aktuell in seiner Entwicklung steht“, versichert Sören Hühold.
ISG bescheinigt dem Anbieter eine tiefe Branchenkenntnis in den Segmenten Handel, Media & Entertainment, Energie und Gesundheit sowie in der öffentlichen Verwaltung, sieht aber noch Defizite in den Bereichen Industrie, Transport und Logistik sowie Finanzen und Versicherungen.
Atos: Der Service-Provider Atos hat nach der Bewertung von ISG umfangreiche Services im Bereich Intelligent Operations sowohl für Mittelständler als auch für Großkunden im Port­folio. Allerdings mangele es im Mittelstandssegment noch an Sichtbarkeit.
Herrmann Gouverneur
Hermann Gouverneur
CTO bei Atos Deutschland
Foto: Tom Zilker photo art, www.tomzilker.de
„Am Ende geht es nicht um Technologie, sondern um konkrete Services, die sich aus Intelligent Operations ergeben.“
Laut Hermann Gouverneur will das Unternehmen vor allem mit branchenspezifischer Beratung und Integration punkten: „Unser Mehrwert liegt darin, unsere Kunden zu unterstützen, aus den aktuellen und zukunftsorientierten Technologien die passgenaue Unterstützung für die konkreten Geschäftsanforderungen zu generieren“, betont der Atos-Deutschland-CTO. „Am Ende geht es nicht um Technologie, sondern um konkrete Services, die sich aus Intelligent Operations ergeben.“
Axians: Nach Ansicht der Analysten hat Axians  sich besonders im Umfeld von Industrie 4.0 einen Namen gemacht, unter an­derem durch eine Partnerschaft mit dem Roboterhersteller Kuka. „Das Axians-Unternehmensnetzwerk bietet, über die hohe IT- und Datenfachkompetenz hinaus, eine große Expertise in vielen Industriebereichen und kann so individuelle Lösungen für diese Industriebereiche maßgeschneidert bereitstellen“, verspricht Oliver Schnau von Axians Networks & Solutions.
Das Unternehmen will sein Portfolio an intelligenten Ser­vices weiter ausbauen. „Beispielsweise haben wir es in einem speziellen IT-Operations-Segment geschafft, 80 Prozent der Tickets vollautomatisiert und in weniger als zehn Minuten zu lösen und zu schließen“, erklärt Schnau, „das ist nur mit Intelligent Operations möglich.“
Cancom Pironet: Mit der Tochter Pironet kann der IT-Dienstleister Cancom Cloud-Dienstleistungen aus eigenen Rechenzentren anbieten, die sich mit Public-Cloud-Services anreichern lassen. Hinzu kommen Beratungsdienstleistungen, die Erstellung von Konzepten und deren Umsetzung bis hin zum Betrieb von Cloud-Infrastrukturen.
„Ziel ist grundsätzlich, die optimale ganzheitliche IT-Unterstützung für die Geschäftsprozesse des Anwenders sicherzustellen“, sagt Winfried Grünert von Cancom Pironet. ISG zufolge verfügt der Anbieter über ein attraktives Portfolio, aus dem sich der Mittelstandskunde bedienen und sich eine eigene, flexible IT-Plattform aufbauen kann.
Deutsche Telekom: Die Deutsche Telekom ist mit ihren Konzerntöchtern wie erwähnt sowohl im Midmarket als auch im Segment Large Accounts vertreten. Der Telekom Deutschland attestiert ISG ein passgenaues Angebot für den Mittelstand und der Tochter T-Systems International vor allem ein umfassendes Portfolio im Bereich der Cloud.
„T-Systems und die Deutsche Telekom bieten für Großkunden und Mittelständler nahezu jeder Branche Lösungen als gemanagte IT-Services aus der Pri­vate und der Hybrid Telekom Cloud“, erklärt T-Systems-Ma­nager Roland Voelskow. „Unsere Cloud-Kompetenz deckt von Iaas und PaaS über Hybrid- Cloud-Readiness, Security und Cloud-Connectivity bis hin zu Beratung und Implementierung alles ab.“
Roland Voelskow
Roland Voelskow
Head of Application Operations & Hybrid Cloud Management bei
T-Systems
Foto: T-Systems
„Unternehmen müssen ihre IT transformieren, um ihre Geschäftsmodelle und -prozesse zu digitalisieren.“
Weitere Pluspunkte sind nach Ansicht des Managers die lokale Präsenz durch Partner und die eigene Netzinfrastruktur: „Wir können auf Basis des Telekom-Netzes auch immer die Cloud-Connectivity aus einer Hand mitliefern.“
Fujitsu: ISG bescheinigt dem Provider ein breites Branchenwissen und ein großes Angebot an Cloud-Dienstleistungen. Für die eigene, auf OpenStack basierende Cloud-Plattform K5 hat Fujitsu allerdings im Oktober 2018 das Aus angekündigt. Das Unternehmen will in Zukunft verstärkt mit Hyperscalern wie Microsoft Azure und AWS zusammenarbeiten.

Fazit

Die digitale Transformation macht auch vor den Geschäftsmodellen der Provider nicht halt. Um ihre Kunden optimal auf dem Weg in die digitale Zukunft begleiten und unterstützen zu können, müssen die Provider ein breites Portfolio an Services anbieten. Sie decken neben dem klassischen Betrieb von IT-Infrastrukturen die Anforderungen einer digitalisierten Produktion und integrierter Lieferketten ab.
Zudem sollten die Services das Management unstrukturierter Daten und deren intelligente Analyse umfassen und dabei auch die Standardthemen wie Sicherheit, Verfügbarkeit und Performance nicht vernachlässigen. Das Management von Multi-Cloud- und hybriden Umgebungen muss ebenso zum Leistungskatalog eines potenziellen Providers gehören wie Services rund um die Themen Big Data und Künstliche Intelligenz.
Die Herausforderungen, die Intelligent Operations an beide Seiten stellt, sind daher nicht zu unterschätzen. So schnell sich die Anforderungsprofile der Anwender verändern, so schnell ändern sich auch die Angebote der Provider. Auswahlkriterien können daher immer nur eine Momentaufnahme sein, sie müssen immer wieder überprüft und angepasst werden.
Zum Glück für die Auftraggeber bewegen sich aber praktisch alle größeren Service-Provider in Richtung Intelligent Operations. Wer also schon heute vertrauensvolle und zufriedenstellende Geschäftsbeziehungen mit einem der Anbieter unterhält, ist wahrscheinlich am besten beraten, wenn er diese sukzessive hin zum intelligenten Betrieb seiner Infrastruktur ausbaut. So bleibt zumindest im IT-Betrieb Kontinuität gewahrt – Disruption gibt es im digitalen Zeitalter schließlich schon genug.
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