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Der große Vorteil ist: Kubernetes läuft überall

Der Einstieg in Kubernetes

von - 07.10.2019
com! professional: Kubernetes ist sehr mächtig, aber auch sehr umfangreich. Wie sollte man beim Einstieg am besten vorgehen? Was braucht ein Unternehmen, das mit Kubernetes loslegen will?
Hofmann: Man muss auf jeden Fall die Mitarbeiter, die mit Kubernetes in Kontakt kommen, schulen. Kubernetes nimmt zwar viel Arbeit ab, man muss aber die Konzepte und Abstraktionen dafür verstehen,
Unternehmen setzen auf Kubernetes
Trend: Viele Unternehmen sind über die Experimentierphase hinaus und setzen Kubernetes schon produktiv ein.
(Quelle: Platform9 (n = 500) )
um mit Kubernetes erfolgreich zu arbeiten. Das kann zum Beispiel über Konferenzen, Workshops oder Online-Kurse geschehen.
Wenn man zu Kubernetes migrieren möchte, ist es zudem sinnvoll, nicht alles auf einmal umzuziehen, sondern erst einmal mit ein paar internen Tools anzufangen. So kann man erste Erfahrungen sammeln, ohne dass bei etwaigen Fehlern direkt Endkunden betroffen sind.
com! professional: Kann ein Unternehmen Kubernetes selbst implementieren oder braucht man dafür Dienstleister?
Hofmann: Man kann Kubernetes definitiv auch selbst installieren und managen. Allerdings ist Kubernetes sehr mächtig und dadurch auch komplex. Insbesondere wenn der Cluster hochverfügbar sein muss und Cluster-Updates ohne Downtime durchgeführt werden sollen, braucht man ein dediziertes Team, das sich sehr gut mit dem Management von Kubernetes auskennt.
Deshalb ist der Einsatz von gemanagten Kubernetes-Clustern zu empfehlen. Diese werden von zahlreichen Cloud-Providern und Hostern angeboten, etwa in Google Cloud Platform, Amazon AWS, Microsoft Azure, Digital Ocean, IBM Cloud oder in Deutschland von SysEleven MetaKube. Eine Zertifizierung der Cloud Native Computing Foundation stellt dabei sicher, dass sich alle Angebote standardkonform verhalten.
com! professional: Welche Fehler werden beim Einsatz von Kubernetes immer wieder gemacht?
Hofmann: Das häufigste Problem, das ich sehe, ist, dass Anwendungen in Kubernetes nicht hochverfügbar deployt werden. Das heißt, man braucht eigentlich immer mehr als eine Instanz für jeden Service. Container sind weniger persistent als klassische Server oder VMs und verhalten sich beim Deployment ganz anders. In Kubernetes werden bei einem Deployment zwingend laufende Container mit der alten Version gestoppt und neue Container mit der neuen Version gestartet. Hat man hier nur einen Container für seinen Service am Laufen, gibt es eine kurze Downtime. Zudem kann Kubernetes zu jeder Zeit entscheiden, dass ein Container von einem Server auf einen anderen im Cluster umgezogen werden soll. Das bedeutet, dass man für einen stabilen Betrieb zwingend mehr als eine Instanz braucht. Dies ist aber auch im „klassischen“ Hosting der Fall ist und wird bei kurzlebigen Containern noch wichtiger werden.
com! professional: Braucht es für Kubernetes eine besondere Organisationsform? Welche Rolle spielt Kubernetes im Dev­Ops-Ansatz?
Hofmann: Kubernetes ist agnostisch, was bestimmte Organisationsformen betrifft. Man kann damit Dev-Ops-Konzepte umsetzen, bei denen jedes Team auch für das Deployment und den Betrieb seiner Applikationen verantwortlich ist. Genauso ist es möglich, dass dies von einem dezidierten Operations-Team übernommen wird. Das heißt, man kann sich so organisieren, wie es für das eigene Team und Produkt am besten passt.
com! professional: Sie halten auf der DevOpsWorld Conference in Frankfurt einen Vortrag mit dem Titel „Deploying your first Microservice application to Kubernetes“. Warum sollte man sich den anhören?
Hofmann: Der Talk gibt einen guten ersten Einblick, wie man eine Microservice-Applikation in Kubernetes deployen und die Vorteile bezüglich Skalierung und Monitoring-Integration nutzen kann.
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