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Der große Vorteil ist: Kubernetes läuft überall

Kubernetes und Docker

von - 07.10.2019
com! professional: Kubernetes wird oft in Zusammenhang mit Docker genannt. Wer braucht da wen? Ist das so etwas wie ein Dream-Team oder eine Win-win-Verbindung?
Hofmann: Kubernetes benutzt Docker als Standard-Container-Runtime, das heißt, es kümmert sich darum, wo und wie Docker-Container im Cluster gestartet, betrieben und skaliert werden. Es ist aber auch
Kubernetes
Reichhaltiges Ökosystem: Eine lebendige Community zählt zu den besonderen Stärken von Kubernetes.
(Quelle: com! professional / shutterstiock.com)
der Einsatz alternativer Container-Runtimes wie CRI-O oder Frakti möglich. Diese stecken allerdings noch eher in den Kinderschuhen.
com! professional: Gibt es noch konkurrierende Lösungen? Oder ist Kubernetes bereits ein De-facto-Standard für die Container-Orchestrierung?
Hofmann: Es gibt zwei Arten von alternativen Container-Orchestrierungslösungen: zum einen andere Open-Source-Projekte, zum Beispiel Docker Swarm, Marathon oder Hashicorp Nomad. Hier hat sich allerdings ganz klar Kubernetes als größeres, flexibleres, stabileres, performanteres und vielseitigeres Projekt durchgesetzt. Zum anderen gibt es eine ganze Reihe von Lösungen, die intern von großen Firmen vor oder zeitgleich zu Kubernetes entwickelt worden sind, etwa Peleton von Uber oder Titus von Netflix. Sie werden dort auch weiterentwickelt. Da eine Migration auf Kubernetes aber sehr aufwendig und teuer wäre, werden diese Lösungen fast nur von diesen Firmen eingesetzt.
com! professional: Kubernetes wurde ursprünglich von Google entwickelt, ist mittlerweile aber Open Source. Wie unabhängig ist es von Google tatsächlich?
Hofmann: Google ist immer noch sehr aktiv im Kubernetes-Projekt. Das Projekt selbst ist aber nicht von Google abhängig, sondern wird von der Cloud Native Computing Foundation verwaltet. Bei der Weiterentwicklung des Projekts steuert Google aktuell etwa 30 Prozent der Commits bei, gefolgt von Firmen wie Red Hat, VMware, Microsoft, Intel und IBM. Zudem stammen 25 Prozent der Commits von Entwicklern, die unabhängig von diesen großen Firmen sind.
com! professional: Welche Vorteile hat es, dass Kubernetes Open Source ist? Stichwort Vendor-Lock-in.
Hofmann: Ein großer Vorteil von Kubernetes ist, dass es überall läuft: vom eigenen Laptop, auf einem Raspberry Pi, auf der eigenen Bare-Metal-Infrastruktur sowie auf allen Cloud-Providern, bei vielen sogar als komplett gemanagter Service.
Bei allen Installationen bleibt die Kubernetes-API zum größten Teil gleich, wodurch der Vendor-Lock-in massiv reduziert wird und es wesentlich einfacher wird, Workloads lokal zu testen oder zu einem anderen Cloud-Provider zu migrieren. Oder man betreibt seine Applikation direkt in Kubernetes-Clustern verschiedener Provider, um die Verfügbarkeit zu erhöhen.
com! professional: Welche Unternehmen brauchen Kubernetes denn? Welche sollten besser die Finger davon lassen?
Hofmann: Wenn man nur eine kleine, recht statische Firmen-Webseite mit ein oder zwei Entwicklern oder einen privaten Blog betreibt, ist Kubernetes definitiv nicht sinnvoll. Sobald mehrere Services dazukommen oder man etwas mehr Traffic hat, ergibt der Einsatz von Kubernetes Sinn. Hier profitiert man dann von den eingebauten Skalierungs-, Monitoring- und Automatisierungslösungen.
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