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Fachkräfte finden mit Cloud, KI und Social Media

Recruiting und Social Media

von - 12.11.2018
Zwei von drei Unternehmen (63 Prozent) informieren sich in sozialen Netzwerken über Stelleninteressenten, wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergab. Im Fokus stehen dabei in erster Linie berufliche Plattformen wie Xing oder LinkedIn (53 Prozent), gefolgt von eher privat ausgerichteten sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram (30 Prozent).
„Die Zeiten, in denen Social-Media-Auftritte eine klassische Bewerbung lediglich ergänzen, gehen zu Ende“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Immer mehr Unternehmen suchen schwerpunktmäßig über soziale Netzwerke neue Mitarbeiter und begnügen sich mit den dort hinterlegten Informationen für den Start eines Bewerbungsverfahrens.“
„Social Recruiting hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen“, bestätigt Juliane Petrich, bei Bitkom verantwortlich für den Bereich Bildung. „Vor allem Karriere-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn kommen immer häufiger zum Einsatz. Aber auch Facebook, Twitter und Youtube werden fürs Recruiting genutzt. Denn vor allem jüngere Zielgruppen sind über klassische Kanäle kaum noch zu erreichen. Entscheidend ist aber nicht nur der geeignete Kanal, sondern wie attraktiv sich der Arbeitgeber im ,war of talents‘ präsentiert.“
Juliane Petrich
Juliane Petrich
Leiterin Bildung beim Digitalverband Bitkom
www.bitkom.org
Foto: Bitkom
„Recruiting-as-a-Service-Lösungen haben vor allem einen Vorteil: Sie sparen viel Zeit.“
Die Bewerbersuche über soziale Netzwerke hat allerdings auch ihre Grenzen, wie die Bitkom-Experten klarstellen: Was Arbeitgeber grundsätzlich einholen dürfen, sind allgemein zugängliche Daten, sofern keine Persönlichkeitsrechte der Betroffenen entgegenstehen. Das gilt zum Beispiel für über Suchmaschinen frei verfügbare Inhalte und Informationen, die in sozialen Netzwerken ohne Anmeldung abrufbar sind.

Beispiel: Xing

Recruiting über Social Media (Social Recruiting) ist auch für die Betreiber der entsprechenden Plattformen eine Erfolgsgeschichte: Der Anbieter des sozialen Netzwerks Xing meldete für das erste Halbjahr 2018, dass das Segment B2B-E-Recruiting erstmalig den größten Anteil am Gesamtumsatz erwirtschaftet hat. Es war außerdem der Geschäftsbereich mit dem größten Wachstum: Die Umsätze in diesem Segment stiegen um 41 Prozent auf 49,8  Millionen Euro (Vorjahr 35,3 Millionen Euro).
Xing bietet mehrere Recruiting-Funktionen, unter anderem die Xing Jobbox, den Xing TalentpoolManager und das Bewerbermanagement-System Prescreen.
Die Xing Jobbox bietet die Möglichkeit, interessante Stellen aus dem Xing-Stellenmarkt, von Jobbörsen, Webseiten und Apps zentral an einem Ort abzulegen. Dadurch entsteht eine Übersichtsliste, die Stellenanzeigen aus unterschied­lichen Quellen zusammenführt. Die Xing Jobbox speichert sämtliche Anzeigen in einem einheitlichen Format, die Stellenanzeigen werden analysiert, ausgelesen und auf Xing hinterlegt.
Im Xing TalentpoolManager aktualisieren sich die Lebensläufe der interessanten Kandidaten von selbst. Zudem erstellt das Tool automatisch Talent-Pools mit Xing-Profilen potenzieller Kandidaten für das Unternehmen. Auch lassen sich Profile von Kandidaten, die nicht Xing-Mitglied sind, im Xing TalentpoolManager hinterlegen. Im Hintergrund arbeitet ein Algorithmus, der die Wechselmotivation jedes der mehr als zwölf Millionen Mitglieder anhand von mehr als 50 Kriterien errechnen können soll.
2017 hat Xing das Bewerbermanagement-System Prescreen übernommen, einen Anbieter von Applicant-Tracking-Systemen (ATS). Mit so einer Lösung können Personalsuchende cloudbasiert den Prozess von der Vakanz bis hin zur Einstellung eines Kandidaten in einer einzigen Software-Lösung managen. So lassen sich zum Beispiel Stellenanzeigen auf der eigenen Karriereseite sowie in Netzwerken und Stellenbörsen verbreiten, Bewerbungen dokumentieren und nach relevanten Kriterien sortieren, man kann einen Talent-Pool für die Besetzung künftiger Vakanzen anlegen und Assessments durchführen, um die Eignung von Kandidaten zu überprüfen.
Weitere HR-Funktionen bei Xing sind Stellenanzeigen, TalentManager zur aktiven Kandidatenansprache, EmpfehlungsManager zur Digitalisierung und Automatisierung von Mitarbeiter-Empfehlungen sowie Employer Branding Profil Professional zur Positionierung der eigenen Arbeitgeber­marke auf Xing und Kununu.
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