ERP steuert Unternehmen planvoll und effizient

Woran ERP-Projekte im Unternehmen scheitern

von - 15.07.2015
Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein ERP-System einzu­führen, muss wissen: Gerade ERP-Projekte scheitern nicht selten. Dabei trägt das Scheitern verschiedene Gesichter. In einigen Unternehmen wird die Einführung vorzeitig und vollständig eingestellt, anderswo wenden sich Nutzer und Geschäftsführung gleichermaßen enttäuscht vom System ab, weil es nicht die daran gesetzten Erwartungen erfüllt hat.
Thomas Oberländer bringt es aus seiner Beraterpraxis auf den Punkt. „Die Qualität der Prozessaufnahme entscheidet über den Erfolg des ERP-Projekts.” Daraus erwachsen zwei Gefahren für das Projekt. Das System fällt möglicherweise zu klein aus und berücksichtigt aufgrund der im Vorfeld nicht erfassten Anforderungen nicht alle notwendigen Prozesse. Ein überdimensioniertes System dagegen überfordert in der Konfiguration und im Betrieb die Organisation des Unternehmens. Im schlimmsten Fall wurde viel zu schnell und zu oberflächlich ausgewählt und erst im Tagesgeschäft zeigt sich, dass das System gar nicht die erforderlichen Prozesse in der notwendigen Dynamik berücksichtigt.
Ein weiterer Stolperstein auf dem Weg zum erfolgreichen ERP-System kann eine zu stark auf Konsens und Harmonie setzende Unternehmenskultur sein. Über Jahre schleichen sich dabei Umwege in Prozessen ein, deren Unsinn gar nicht mehr erkannt wird. „Mit der Installation einer ERP-Software ist es nicht getan. Es müssen Organisationsprozesse umgestellt und dokumentiert werden”, betont Christian Biebl.
Als genauso kritisch für den Ausgang eines ERP-Projekts können sich aber auch zu starke Hierarchien erweisen. Wo stets nur der Chef genau weiß, wo es langgeht, fallen Veränderungen ebenso schwer.
Weil das ERP später zur zentralen Maschine der Organisation werden soll, ist es wichtig, bereits frühzeitig möglichst alle betroffenen Bereiche über Vertreter in das Projektteam zu holen. Änderungen an Prozessen und deren erste Implementierungen in der Software müssen in Ruhe besprochen und ausprobiert werden können. Dafür brauchen die Mitarbeiter im Projektteam auch den notwendigen Freiraum. „ERP-Projekte geraten meistens dann aus dem Ruder, wenn die internen Aufwände beim einführenden Unternehmen unterschätzt werden. Aufgrund der Belastungen im Tagesgeschäft kommt gerade das Testen, Üben und Ausprobieren zu kurz”, so Christian Biebl.
Verwandte Themen