Die Digitalisierung gemeinsam meistern

Business wird bedeutsamer

von - 28.12.2018
Camuso macht noch auf einen weiteren Aspekt aufmerksam. Mit Cloud-Lösungen hätten die Fachabteilungen enorm viel an Autonomie, Flexibilität und Vielfalt an Lösungen gewonnen, was ihnen die Interaktion mit ihren Kunden erleichtere. Das Marketing nutzt digitale Kanäle von Website bis Social Media, das HR führt digitale Assessments oder mobiles Recruiting ein, der Kundenservice wird remote oder mobil abge­wickelt, illustriert T-Systems-Schweiz-Chef die Lage. Im digital transformierten Unternehmen sei die Wertschöpfung End-to-End durchgängig auf Mehrwert, Komfort und Kunden­nutzen ausgerichtet. Die Services kommen gemäß Camuso aber als fachspezifische Applikationen vom Dienstleister.
Den Trend, statt des CIOs verstärkt das Business einzubinden, hat auch Rolf Stadler, Chef der Schweizer Filiale des norwegischen Lizenz­beraters Crayon, festgestellt. Wer als CEO agil bleiben wolle, könne seine Augen nicht vor der Digitalisierung verschließen. Nehme der CEO sich heutzutage nicht dieses Themas an und fälle bewusste, strategische Entscheide, werde er „die Zukunft nicht mehr mitgestalten können“.
Rolf Stadler
Rolf Stadler
CEO der Crayon Schweiz AG
Foto: Crayon Schweiz AG
„Der CIO wird selten von sich aus tätig und sagt, dass er dann mal etwas Neues braucht.“
Diesen Wandel hat Stadler beim Verkauf von ICT-Lösungen bereits bemerkt. Im Gegensatz zu früher, wo es generell der IT-Verantwortliche war, trifft er nun auf unterschiedliche Ansprechpartner. Gleichwohl sei der CEO „die Person, welche die Digitali­sierung vorantreiben muss, damit sie in einer Firma auch fruchtet“. Folglich sei der CEO der erste Kontaktpunkt für ICT-Anbieter. Erst wenn es um dedizierte Lösungen gehe, würden die Fachabteilungen und deren Verantwortliche zentral. Da der Bedarf aus dem Business angemeldet werde, verlagere sich die Verantwortung erst dann zum CIO, wenn es um die Beschaffung und Umsetzung eines Projekts gehe. Das sei auch sinnvoll, da der IT-Chef oftmals auch die Budget- und Compliance-Verantwortung habe, hebt Stadler hervor. Und da die Fachabteilungen relevanter würden bei der Findung von Lösungen für ihre dedizierten Anforderungen und Herausforderungen, entstehe „Bedarf, lange bevor der IT-Leiter davon Kenntnisse hat“.
Deshalb würden Lösungsanbieter oft aus den Gesprächen mit den Fachabteilungen und sogar mit deren Unterstützung ihre Angebote entwickeln. Letztlich müssten die Verantwortlichen und Mitarbeiter der Fach­abteilungen davon überzeugt sein, mit dem neuen Produkt ihr Problem zu lösen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Stadler betont, der IT-Leiter werde selten von sich aus tätig und sage, dass er dann mal etwas Neues brauche. Er würde auch nicht von sich aus, ohne Einbezug der Fachabteilungen, etwas Neues beschaffen, obwohl er am Ende des Tages Umsetzung, Anpassung an Umsysteme, Budget und Compliance verantworte.
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