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Digitale Techniken erfassen den Point of Sale

Im Gespräch mit Daniel Füchtenschieder, Geschäftsführer von Bonprix

von - 08.03.2019
Daniel Füchtenschnieder
Daniel Füchtenschnieder: Geschäftsführer der Bonprix Retail GmbH
(Quelle: Bonprix )
Mitte Februar hat der Modehändler Bonprix einen Pilot-Store in Hamburg eröffnet, der die Vorzüge des Online-Shoppings mit denen des stationären Handels verbinden soll.
com! professional: Warum hat Bonprix den „Fashion Connect“-Store eingerichtet?
Daniel Füchtenschnieder: Unser Kerngeschäft sind unsere internationalen Web­shops. Aber wir wissen auch, dass die Kundin nach wie vor gern zum Shoppen in die Innenstädte geht. Ungefähr drei Viertel der Fashion-Umsätze werden immer noch im stationären Handel ­gemacht. Aber der Einzelhandel hat auch Schwachpunkte wie lange Wartezeiten an den Umkleiden oder den Kassen, die das Einkaufs­erlebnis trüben. Wir haben also überlegt, wie wir die Digitalisierung nutzen können, um diese Schwachstellen im Retail zu beheben und unseren Kundinnen die Marke Bonprix auch stationär mit einem tollen Shopping-Erlebnis näherzubringen. Dafür verbinden wir in unserem neuen Store erstmals komplett die Vorteile des Online-Geschäfts mit den Vorzügen im Retail.
com! professional: Was zeichnet den Store aus?
Füchtenschnieder: Wir wollen der Kundin in unserem Store mit technischen Innovationen ein Erlebnis bieten, das sie so bisher nicht kannte. Wir bieten ihr das an, was sie sich wünscht. Was sie hingegen beim Shopping stört, soll ihr in unserem Store nicht begegnen. Die weiterentwickelte Bonprix-App ist ein zentrales Element dabei. Sie führt die Kundin wie ein persönlicher digitaler Shopping-Assistent durch den gesamten Einkaufsprozess -  vom Betreten des Ladens bis zum Bezahlen. Dabei hat unser Pilot-Store alles andere als eine Tech-Anmutung. Wir setzen unsere Mode attraktiv in ­Szene und unsere Fashion Assistants beraten auf der Fläche in Modefragen und unterstützen beim Einsatz des App-Assistenten.
com! professional: Wo liegen die größten Herausforderungen?
Füchtenschnieder: Bei all unseren Überlegungen steht die Kundin im Mittelpunkt. Wir haben uns sehr viel Zeit genommen, um herauszufinden, was sie am klassischen Retail stört und was sie sich in ­einem Store wünscht. Die Herausforderung dabei ist, das mit den vorhandenen technischen Mitteln so umzusetzen, dass ein nahtloser Einkaufsprozess von A bis Z ermöglicht wird. Das Erlebnis, nicht die Technik steht im Vordergrund. Letztendlich muss die gesamte Anwendung der technischen Hilfsmittel so einfach und intuitiv sein, dass die Kundin dadurch nicht irritiert, sondern maximal unterstützt wird.
com! professional: Die Filiale soll nie „fertig“ sein, sondern auch als Shopping Lab dienen. Warum?
Füchtenschnieder: Erst durch die Interaktion mit Kunden wird eine Idee zum Leben erweckt. Wir nehmen ganz viel wahr und lernen. Gelerntes fließt sofort in unser Konzept ein und wir nehmen nach weiterer Entwicklung Anpassungen vor. Der Store wird sich also ständig weiterentwickeln.
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