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Deutsche Start-up-Szene entwickelt sich prächtig

Die deutsche Start-up-Landschaft

von - 17.04.2019
Silicon Valleys in Deutschland
Berlin und Bayern: In dem Stadtstaat und dem Freistaat gab es 2018 die meisten Start-up-Finanzierungen.
(Quelle: Ernst & Young "Start-up-Barometer Deutschland" (Januar 2019) )
Wenn man sich die hiesige Start-up-Szene ansieht, dann zeigt sich schnell, dass Berlin weiterhin mit deutlichem Abstand der führende Start-up-Standort ist: Ernst & Young zählte im letzten Jahr 247 Finanzierungsrunden in der Bundeshauptstadt - das sind 40 Prozent aller verzeichneten Finanzierungsrunden in Deutschland.
Berlin spielt nicht zuletzt deswegen eine besondere Rolle, weil von der Stadt für Gründer und Start-up-Mitarbeiter aus dem Ausland eine besondere Anziehungskraft ausgeht, wie Jenny Boldt, Referentin Start-ups beim Digitalverband Bitkom, erklärt. „Auch die vergleichsweise geringen Lebenshaltungskosten tragen dazu bei. Aber neben Berlin gibt es längst auch in anderen Städten und Regionen eine aktive Start-up-Szene, etwa in München, Hamburg, Frankfurt oder in der Metropolregion Rhein-Ruhr“, fährt Jenny Boldt fort.
Allerdings scheint das Wachstum in Berlin etwas zu stocken: So lag die Zahl der Finanzierungsrunden 2017 bei 233 und wuchs mit 247 Runden im vergangenen Jahr nur wenig. Die anderen Bundesländer legten stärker zu: Auf Platz zwei liegt Bayern mit 124 Finanzierungsrunden, im Jahr 2017 waren es nur 76. Auf Platz drei: Nordrhein-Westfalen mit 60 Finanzierungsrunden, 2017 waren es 39.
Jenny Boldt
Jenny Boldt
Referentin Start-ups beim Digitalverband Bitkom
www.bitkom.org
Foto: Bitkom
„Die Finanzierungsbedingungen für Start-ups haben sich in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.“
Doch nicht nur bei der Zahl der Finanzierungsrunden, auch bei den Investitionssummen liegt Berlin derzeit noch unangefochten an der Spitze. Mehr als jeder zweite Euro, der im letzten Jahr hierzulande in Jungunternehmen investiert wurde, landete in der Bundeshauptstadt. In Summe sind das stolze 2,64 Milliarden Euro. Bayern behauptet auch bei den Investitionssummen seinen zweiten Platz - so kam der Freistaat auf ein Investitionsvolumen von 802 Millionen Euro. Auf den weiteren Plätzen folgen Hamburg mit 548 Millionen Euro Investitionsvolumen und Nordrhein-Westfalen mit 243 Millionen Euro.
Die Zahlen zeigen: Die deutsche Start-up-Szene ist stärker dezentral organisiert als man das aus anderen europäischen Ländern gewohnt ist. „So bringen neben Berlin und München unter anderem auch Städte wie Hamburg, Frankfurt, Köln oder Dresden jedes Jahr eine Reihe von vielversprechenden, innovativen Unternehmen hervor“, berichtet Christian Hoppe von der Silicon Valley Bank.
Auch für Matthias Lais, Chief Operating Officer bei Main Incubator, einem Tochterunternehmen der Commerzbank. spielen Berlin und München als Start-up-Standorte in Deutschland die wichtigste Rolle. „Aber auch Hamburg und Regionen wie das Ruhrgebiet, das Rheinland sowie das Rhein-Main-Gebiet haben in den vergangenen Jahren enorm an Attraktivität für Start-ups gewonnen.“
Dabei bringe jede Region ihre eigenen Reize und Vorteile mit: „Während München zum Beispiel mit der Technischen Universität technisch eine enorme Expertise aufweisen kann, sind wir in Frankfurt als Bankenstadt vor allem Magnet für Fintechs“, so Matthias Lais weiter.
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