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Silicon Valleys in Deutschland

Deutsche Start-up-Szene entwickelt sich prächtig

von - 17.04.2019
Start-up
Foto: Elena_Che / shutterstock.com
Die hiesige Start-up-Landschaft braucht den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. Wichtig für Gründer sei nur, sich Mitstreiter zu suchen, niemals aufzugeben und neue Ideen zu entwickeln.
Investitionen in deutsche Start-ups
(Quelle: Ernst & Youg )
Einhörner erfreuen sich großer Beliebtheit - nicht nur bei kleinen Mädchen als kitschig pinke Fabelwesen, sondern auch in der Start-up-Szene. Denn dort sind Einhörner etwas ganz Besonderes: Als „Unicorn“ bezeichnet man junge Unternehmen, die mindestens eine Milliarde Dollar wert sind.
Dabei denkt man häufig zuallererst an große und weithin bekannte Start-ups aus dem kalifornischen Silicon Valley wie den Unterkunftsvermittler Airbnb oder den Fahrdienst Uber. Aber auch die Start-up-Szene in Deutschland hat bereits mehrere Einhörner hervorgebracht, zum Beispiel die Online-Bank N26 oder den Bekleidungsversender AboutYou.
Die deutsche Start-up-Szene boomt. Das unterstreichen auch die Zahlen des neuesten „Start-up-Barometer Deutschland“ der Unternehmensberatung Ernst & Young. Im vergangenen Jahr erhielten deutsche Start-ups so viel Investitionsgeld wie nie - knapp 4,6 Milliarden Euro wurden 2018 in hiesige Jungunternehmen investiert. Das sind 7 Prozent mehr als 2017. Auch die Zahl der Investitionen in Start-ups, insgesamt über 600, erreichte einen neuen Höchststand. Die größte Start-up-Investition konnte dabei die Auto1-Gruppe einheimsen - satte 460 Millionen gingen an den Berliner Online-Marktplatz für Gebrauchtfahrzeuge.
Und anscheinend sind die deutschen Start-ups auch finanziell durchaus erfolgreich. Laut der von PricewaterhouseCoopers erstellten Studie „Start-up-Unternehmen in Deutschland 2018“ erwirtschafteten immerhin 79 Prozent der befragten Start-ups im vergangenen Jahr Gewinne.
Christian Hoppe
Christian Hoppe
Managing Director der Silicon Valley Bank Deutschland
www.svb.com
Foto: Silicon Valley Bank Deutschland
„Gerade im europäischen Vergleich muss sich Deutschland hinter Großbritannien als
zweitgrößter Tech-Hub des Kontinents nicht verstecken.“
„Die deutsche Start-up-Szene entwickelt sich prächtig“, bestätigt Christian Hoppe, Managing Director der Silicon Valley Bank Deutschland. Die Bank aus Kalifornien hat sich auf die Förderung von Start-ups und Hightech-Unternehmen spezialisiert und ist seit letztem Jahr mit einer Niederlassung in Deutschland vertreten. Seit den 2000er-Jahren sind laut Hoppe hierzulande 28 Unicorns entstanden, die zusammen einen Wert von 106 Milliarden Euro haben. Das Erstaunliche dabei: Ein Drittel davon hat ihre Milliarden-Bewertung erst im vergangenen Jahr erreicht. „Gerade im europäischen Vergleich muss sich Deutschland hinter Großbritannien als zweitgrößter Tech-Hub des Kontinents - sowohl in Bezug auf das investierte Venture Capital, die Anzahl an Unicorns und die Zahl der Exits - also nicht verstecken“, führt Christian Hoppe weiter aus.
Dass die deutsche Start-up-Szene innovativ und agil, aber auch diszipliniert und zuverlässig ist, weiß auch Svetlana Drümmer, Start-up-Managerin bei der DB Mindbox, dem Start-up-Hub der Deutschen Bahn. Dort hat man seit 2015 ein Förderprogramm laufen, in dem Start-ups innerhalb von drei Monaten eine konkrete Verbesserung rund ums Bahnfahren entwickeln und deren Machbarkeit belegen. Nach den Erfahrungen von Svetlana Drümmer stehen deutsche Start-ups hinsichtlich Technologien und Kreativität den Gründern aus den USA, Israel oder dem asiatischen Raum in nichts nach. „Auch wenn es in anderen Ländern eine viel größere Szene gibt, können die deutschen Teams bei vielen Themen mithalten.“
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