Mit Design Thinking innovative Ideen entwickeln

Trainierbare Intuition

von - 25.04.2018
Entwicklungsprozesse
Entwicklungsprozess: Whiteboards und farbige Zettel spielen eine große Rolle beim Design Thinking.
(Quelle: HPI, Kay Herschelmann)
Echtes Design Thinking bedeute dabei mehr als nur ein „gewisses ästhetisches Bewusstsein oder die Entwicklung physischer Produkte“. Design Thinking sei eine „Methode, mit deren Hilfe wir einer breiten Palette an persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen auf neue, kreative Art und Weise begegnen können“. Die Methodik baue dabei auf die „natürliche und trainierbare menschliche Fähigkeit zu Intuition, dem Erkennen von Mustern und der Entwicklung von Konzepten auf“.
Die Kelley-Brüder und das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam sind aber nicht die einzigen, die sich mit der Thematik beschäftigen. Auch in Deutschland gibt es immer mehr große und viele kleine Anbieter, die sich Design Thinking auf die Fahnen geschrieben haben und etwa gezielt Coachings anbieten. Eines dieser Unternehmen ist Openmjnd aus Berlin. Miriam Soltwedel, Gründerin und Founding Partner von Openmjnd, legt Wert darauf, dass Design Thinking den „Nutzer mit seinen Bedürfnissen in den Fokus“ stelle. Das Unternehmen betreibt zusammen mit dem Berliner Ideenlabor sowie Rethink das Design Thinking Studio in Berlin, an dem sich ähnlich wie beim HPI Kurse zum Thema belegen lassen.
Laut Soltwedel wurde Design Thinking „nicht von IDEO aus dem Nichts erschaffen, sondern basiert auf einer Auswahl und Zusammenführung von bereits bekannten Ansätzen, Theorien und Prinzipien“. Der Ansatz ermögliche es auch etablierten Unternehmen, aus „ihren bisherigen Denkweisen und Strukturen auszubrechen und neue Produkte, Dienstleistungen und Kundenerlebnisse zu kreieren“. Ein besonderer Fokus liege dabei auf dem Erkennen und Verstehen der Bedürfnisse der Nutzer, die sich ebenfalls durch die Digitalisierung radikal veränderten. Design Thinking könne Unternehmen letztlich dabei helfen, „die Nutzer in einer komplexen Welt besser zu verstehen“.
Miriam Soltwedel
Miriam Soltwedel
Gründerin und Founding Partner von Openmjnd
Foto: Openmjnd
„Design Thinking hilft Unternehmen dabei, die Nutzer in einer ­komplexen Welt besser zu verstehen.“
Für Marko Prislin, Managing Partner beim Ausbildungsanbieter Brainbirds in München, ist Design Thinking „vor allem ein Ansatz, der sich hervorragend eignet, um in einer unbekannten oder sich schnell wandelnden Ausgangssituation Lösungen zu entwickeln, die wirklich auf einen Bedarf treffen“.
Unternehmen seien es bis dato gewohnt gewesen, Innovationen aus der eigenen Denkhaltung heraus zu entwickeln. Prislin: „Dies ist in einer volatilen, von Unsicherheiten geprägten, komplexen Welt nicht mehr möglich.“ Seiner Ansicht nach helfen hier nur „Methoden und Prozesse wie Design Thinking, die die einzige echte Währung, den Bedarf des Kunden, wirklich ernst nehmen und alles darauf ausrichten“.
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