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API-Management als zentraler Erfolgsfaktor

On-Premise oder Cloud?

von - 29.04.2019
API-Management-Lösungen lassen sich laut Rob Zazueta von Tibco Software prinzipiell in drei Bereitstellungsmodelle einteilen: Software zur Selbstinstallation (On-Premise), Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS) oder cloudnative Angebote, die auf Container-Technologie basieren. On-Premise-Lösungen bieten dabei den höchsten Grad an Individualisierung und sind vor allem dann zu empfehlen, wenn APIs ausschließlich intern oder Partnern zur Verfügung gestellt werden sollen.
Der Betreuungsaufwand einer solche Lösung sollte allerdings nicht unterschätzt werden, gibt Zazueta zu bedenken: „Das IT-Betriebs­team muss die Skalierung im Blick behalten, bei Verkehrsspitzen so schnell wie möglich zusätzliche Instanzen hinzufügen und im Fehlerfall einen reibungslosen Fail­over garantieren. Das ist zwar für die meisten IT-Teams selbstverständlich, kann aber zu höheren Gesamtbetriebskosten führen."
Reine SaaS-Lösungen werden dagegen vollständig verwaltet, bieten jedoch meist auch nur eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten. Sie eignen sich am besten für Umgebungen, in denen APIs ohnehin nach außen exponiert werden sollen, sowie für rein cloudbasierte Infrastrukturen.
Einen guten Kompromiss stellen laut Zazueta cloudnative Container-Lösungen dar, die sowohl in Public- oder Private-Cloud-Umgebungen eingesetzt als auch lokal installiert werden können. „Sie haben alle Vorteile der Cloud, bieten dem Kunden aber bei Bedarf mehr Kontrollmöglichkeiten als SaaS-Lösungen.“ Nicht zuletzt seien Hybridlösungen sehr beliebt, bei denen der Datenverkehr lokal erfolge, die Ad­ministration aber über die Cloud durchgeführt werde, so Zazueta weiter.

Einsatzszenarien

Welche API-Management-Lösung die richtige ist, hängt wesentlich davon ab, wie APIs eingesetzt werden sollen. Prinzipiell lassen sich vier Einsatzszenarien unterscheiden, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte im API-Management mit sich bringen.
Offene Ökosysteme mit einfachen, frei verfügbaren REST APIs: Der Erfolg von Google, Facebook oder Twitter ist zu einem guten Teil ihrer API-Strategie zu verdanken. Entwickler und Webseiten-Betreiber können sehr einfach Dienste wie Goo­gle Maps, den „Gefällt mir“-Button oder einen Twitter-Feed in Webseiten oder Anwendungen einbinden. Unternehmen die diese Strategie verfolgen, versuchen durch einfache APIs und attraktive Portale Entwickler auf ihr Ökosystem zu bringen, so die Nutzerzahl zu steigern und bestehende Umsatzströme zu vergrößern.
Eine solche Strategie hat allerdings auch ihre Tücken, vor allem wenn sie erfolgreich ist und sehr viele Entwickler anlockt, wie Rob Zazueta von Tibco Software warnt: „Eine
gute Unterstützung für diese Zielgruppe kann äußerst kostspielig werden.“
Unternehmensinterne Entwicklung: Bei der internen Bereitstellung von APIs spielen Community-Funktionen wie Foren oder FAQs eine geringere Rolle. Werden die Schnittstellen nicht nach außen exponiert, sind außerdem die Anforderungen an Sicherheit, Authentifizierung und Skalierung geringer. Dafür werden Funktionen zur Versionierung und Dokumentation wichtiger. Ein Selfservice-Portal ist auch für interne Entwickler wünschenswert.
Zur Unterstützung der Management-Lösung werden neben REST und SOAP in vielen Unternehmen meist noch eine ganze Reihe anderer Protokolle und Messaging-Verfahren eingesetzt wie GraphQL, Kafka, MQTT oder WebSockets (siehe dazu auch das Glossar auf Seite 50).
Aufbau strategischer Partnerschaften: Fast 70 Prozent der vom Analystenhaus Forrester für die Studie „The Forrester Wave: API Management Solutions, Q4 2018“ befragten Unternehmen bevorzugen B2B-APIs vor offenen Web-APIs. Das hat nach Ansicht von Zazueta gute Gründe: „Unternehmen stellen fest, dass der RoI eines Programms, das auf strategische Partner und interne Entwicklung ausgerichtet ist, viel höher ist als der eines offenen Ökosystems.“
Marc Bartel
Marc Bartel
Enterprise Account Executive bei Apigee
https://apigee.com
Foto: Apigee
„Im Prinzip benötigt jedes Unternehmen, das digitale Produkte für seine Kunden anbietet, eine API-Management-Lösung.“
B2B-APIs ergänzen bereits vorhandene Integrations-Initiativen wie EDI (Electronic Data Interchange) oder Managed File-Transfer, indem sie spezifische Schnittstellen für Unternehmensanwendungen bereitstellen oder typische B2B-Transaktionen wie die Übermittlung von Logistikdaten in der Supply Chain ermöglichen.
Angebot kostenpflichtiger APIs: Wer mit Programmierschnittstellen Geld verdienen möchte, benötigt API-Management-Lösungen, die eine Nutzungserfassung, die Hinterlegung von Preisen, die Rechnungsstellung sowie Schnittstellen zu Abrechnungssystemen enthalten. „Für den geschäftlichen Erfolg eines Unternehmens ist es unabdingbar, dass eine API-Management-Plattform die Entwicklung und Vermarktung von APIs als Produkte unterstützt“, betont Marc Bartel von Apigee.
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