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BIOS-Nachfolger

UEFI-PCs und Live-Systeme

von - 23.08.2013
Wer einen UEFI-PC hat, der fällt aus allen Wolken, wenn er eine Live-CD starten will: Die meisten Live-CDs funktionieren nämlich nicht an UEFI-PCs. Der Artikel zeigt, wie Sie das Problem lösen.
Wer einen UEFI-PC hat, der fällt aus allen Wolken, wenn er eine Live-CD starten will: Die meisten Live-Systeme funktionieren nämlich nicht an UEFI-PCs. Der Artikel zeigt, wie Sie das Problem lösen.
Als er sein Backup zurückspielen wollte, traute er seinen Augen nicht. Die Live-CD von Acronis True Image 2013 ließ sich nicht starten. So wie com!-Leser H. Lauenstein geht es im Moment wohl vielen Anwendern: Häufig benutzte Live-Systeme wie Gdata Rescue CD, Gparted Live-CD oder Mint funktionieren an UEFI-PCs nicht mehr.
Gparted Live-CD: Auch die derzeit neueste Version des beliebten Partitionierers startet nicht an UEFI-PCs, solange die Sicherheitstechnik Secure Boot eingeschaltet ist
Gparted Live-CD: Auch die derzeit neueste Version des beliebten Partitionierers startet nicht an UEFI-PCs, solange die Sicherheitstechnik Secure Boot eingeschaltet ist
Woran liegt’s? Der BIOS-Nachfolger UEFI stellt drei neue Anforderungen an Betriebssysteme:
64 Bit: UEFI startet grundsätzlich nur 64-Bit-Betriebssysteme. Eine Live-CD auf Basis eines 32-Bit-Systems würde gar nicht als Boot-Option erscheinen.
UEFI-Bootloader: Das Betriebssystem muss einen speziellen Bootloader für UEFI haben. Ein System ohne einen solchen UEFI-Bootloader würde wiederum gar nicht erst als Boot-Option erscheinen.
Secure Boot: Außerdem muss die Signatur des Bootloaders in UEFI hinterlegt sein. Das ist eine Sicherheitsroutine: Nur bekannte und nicht manipulierte Systeme sollen an UEFI-PCs starten dürfen. Eine Live-CD, deren Bootloader das UEFI nicht kennt, wird abgelehnt. Derzeit hat kaum eine Live-CD einen signierten Bootloader. Von den großen Betriebssystemen haben nur Ubuntu 12.10, Sabayon 11, Fedora 18, Open Suse 12.3 und Windows 8 einen signierten Bootloader, der von Secure Boot akzeptiert wird.
Das Ausmaß des Problems wird deutlich, wenn Sie sich vor Augen führen, dass derzeit vor allem Computer und Notebooks mit vorinstalliertem Windows 8 verkauft werden. Die Hersteller der Computer und Notebooks wollen mit Microsofts Windows-8-Logo werben. Das erlaubt Microsoft aber nur – hier schließt sich der Kreis –, wenn die Computer und Notebooks alle drei UEFI-Anforderungen erfüllen: 64 Bit, UEFI-Bootloader und Secure Boot.
Weitere Informationen zum BIOS-Nachfolger UEFI lesen Sie auch im Artikel „So funktioniert UEFI“.
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