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Stavro Vitiello von SAS

Die Daten geben uns die Richtung vor

von - 28.07.2017
Big Data
Foto: wk1003mike / Shutterstock.com
Big Data ergibt ohne digitale Transformation keinen Sinn – und umgekehrt. Im Interview mit com! professional erläutert Stavro Vitiello von SAS die Verzahnung von Daten und Digitalisierung.
Stavro Vitiello
Stavro Vitiello: Director Presales & Technology SAS Schweiz
(Quelle: SAS )
Eigentlich sind sich alle einig: Die Digitalisierung soll endlich dafür sorgen, dass Unternehmen direkt und verzögerungslos mit ihren Kunden verknüpft sind und deren Wünsche schon im Voraus kennen. Dafür sammeln die Unternehmen Unmengen von Daten. Mit der schwierigeren Aufgabe, wie diese Daten sinnvoll in die Wertschöpfungskette überführt werden können, sind viele aber noch überfordert. Stavro Vitiello, Director Presales & Technology des Business-Analytics-Software-Herstellers SAS erklärt, warum Big Data und digitale Transformation sich gegenseitig bedingen.
com! professional: Fast alle ICT-Firmen haben sich der digitalen Transformation verschrieben. Was versteht SAS darunter?
Stavro Vitiello: Die digitale Transformation ist ein Weg, wie Unternehmen – gleich welcher Branche – wettbewerbsfähig bleiben. Denn sie ist eine Methode, mit der Analytics-Software verwertbares Wissen aus den im ganzen Unternehmen verteilten Daten generiert. Es geht bei der digitalen Transformation im Grunde darum, seine Daten zu befreien, um sie in die Wertschöpfungskette zu überführen.
com! professional: Können Sie das genauer erklären?
Vitiello: Im Bereich Kundenmanagement kann das Unternehmen mit Digitalisierung und Analysen seinem Kunden entweder ein besser geeignetes Produkt oder eine ergänzende Alternative anbieten. Es kann ihn als Individuum mit seinen persönlichen Präferenzen im Customer Life Cycle würdigen. Oder es kann herausfinden, welche Produkte seine Kunden überhaupt wollen und auch in Zukunft nachfragen werden. Wichtig bei der Interaktion mit den Kunden ist es, seine Kunden so gut wie möglich zu kennen. 
com! professional: Was treibt beispielsweise meinen Telefon­anbieter oder meine Bank an, das zu tun?
Vitiello: Die Unternehmen müssen zuerst einmal wettbewerbsfähig bleiben. Das ist der Haupttreiber. Und wenn der Telko-Anbieter A mehr über seine Kunden weiß als Konkurrent B, dann wird B so schnell wie möglich ver­suchen, besser als A zu werden. Andere Treiber sind regulatorische Vorgaben, vor allem für Banken und Versicherungen.
Die digitale Transformation ist übrigens auch eine Frage der Geschwindigkeit und bestimmt diese gleichzeitig mit. Die Dinge ändern sich sehr schnell. Je digitaler ein Unternehmen ist, desto schneller kann es darauf reagieren. Ob es sich nun um neue Regularien handelt oder um Änderungen im Kundenbedürfnis.
com! professional: Sie meinen, wenn Kunden nicht mehr die roten, sondern die grünen Turnschuhe haben möchten, können die Unternehmen schneller als früher adäquat reagieren?
Vitiello: Richtig. Sie können ihre Geschäftsmodelle anpassen, erneuern oder überdenken, neue Produkte kreieren, ihre Kunden moderner ansprechen – sie können auch neue Kundengruppen hinzugewinnen oder ganz neue Berufe ent­stehen lassen. Das Ziel ist klar, nur der Weg nicht, nämlich: Wie lassen sich die Daten effektiv nutzen?
com! professional: Wo liegt das Problem?
Vitiello: Nehmen wir IoT, das Internet der Dinge. Das produziert Big Data am laufenden Band. Das IoT ist aber nichts anderes als eine Beschreibung, wie Sensoren miteinander kommunizieren. Dabei entstehen sehr viele Daten, die dann in Wissen transformiert werden müssen. Sensoren an Maschinen, Wearables, Haushaltsgeräten, allerlei Hauszubehör, Kleidung, Vergnügungsgeräten und so weiter. Und diese Datenmenge wächst und wächst, weil auch die Sensoren immer mehr werden. Alle Unternehmen haben hier ein einziges Ziel: Die Unmengen an Daten in Wissen zu verwandeln, um dieses dann sinnvoll in ihre Wertschöpfungskette überführen zu können.
com! professional: Gibt es Unternehmen, die noch nicht auf die Transformation vorbereitet sind? Was raten Sie denen?
Vitiello: Ja, noch sehr viele. Es gibt zwei Methoden, diese Schatzkiste zu öffnen. Mit der Brechstange oder mit Hilfe des Schlüssel-Schloss-Prinzips. Wir raten zu Letzterem. Die Daten geben uns die Richtung vor. Wir eruieren, was machbar ist und was uns die Informationen sagen. Mit den vom Unternehmen gesammelten Daten allein ist die digitale Transformation nur eine leere Phrase. Verknüpfen wir sie nun aber beispielsweise mit Daten aus sozialen Netzwerken (alles öffentlich zugängliche Daten) und analysieren das Ganze, dann haben wir ein echtes nutzbringendes Bild. Hier geht es uns darum, ein holistisches Bild zu zeichnen, um besser entscheiden zu können. Wir bieten den Unternehmen an, ein Analytics Lab zu installieren. Das kostet nur einen Bruchteil von dem, was man zahlen müsste, wenn man zuerst eine Lösung kauft, um dann den Use-Case zu erarbeiten. Ausprobieren, lautet da die Devise, scheitern ist gewollt.
com! professional: Ist das so eine Art Starter-Paket für die Digitalisierung?
Vitiello: Unser IoT Analytics Lab bietet einen kontrollierten Start für eine erfolgreiche Digitalisierung in Form eines Komplettpakets aus SAS Software, SAS Consulting und SAS Training zum Fixpreis und in drei Ausbaustufen. Das Paket kann in der Cloud oder vor Ort gestartet werden. Die Datenhaltung kann in Hadoop, Cloudera oder Hortonworks geschehen. Die Vorteile sind eine einfache Skalierung der Datenmenge und schneller Zugriff. So können wir mit den Kunden schnell, kostengünstig und nachvollziehbar alle möglichen Szenarien ausprobieren.
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