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Re:publica 2015

Facebook gefährdet Youtube

von - 08.05.2015
Youtube Icon
Foto: Google
Um Blogs ging es kaum noch auf der Re:publica und ihrer Partnerkonferenz Media Convention Berlin. Dafür war das Youtube-Ökosystem Thema. Berater Bertram Gugel über die Zukunft des Quasimonopolisten.
Von Stefan Mey
Medienwissenschaftler Bertram Gugel erörtete auf der Re:publica die Zukunft von Googles Videodienst Youtube.
 
Quelle: Sebastian Gabsch/Media Convention Berlin
Um Blogs ging es kaum noch auf der Re:publica und ihrer Partnerkonferenz Media Convention Berlin. Dafür drehten sich viele Sessions um das Youtube-Ökosystem. Im Vortrag "Flüchtige Macht? Youtube im Kreuzfeuer. Facebook und Co greifen an" machte sich der Berater und Trainer Bertram Gugel Sorgen über die Zukunft des Quasimonopolisten im Videobereich.
 
com! professional: Sie glauben, dass im 10. Jahr des Bestehens für Youtube die Luft eng wird. Was ist los?
Bertram Gugel: Youtube steht vor verschiedenen Problemen. Einige sind hausgemacht, andere kommen von außen, und schließlich stellt auch Facebook eine ernsthafte Gefahr dar.
 
com! professional: Welche sind hausgemacht?
Gugel: Youtube hat Probleme mit seiner Community. Es kam nicht bei allen gut an, dass die Plattform ein Steigbügelhalter für das kaum funktionierende Netzwerk Google+ werden sollte. Und dann ist Youtube immer mehr nur noch ein Endpunkt, die User kommen über Links aus Facebook oder Twitter. Das eigenständige Entdecken neuer Inhalte, die "Discovery", spielt hingegen kaum mehr eine Rolle. Und durch die zunehmend starren Sendezeiten größerer Youtube-Kanäle ist Flexibilität und Bewegung verlorengegangen. Wirklich virale Entdeckungen auf der Plattform gibt es kaum noch.
 
com! professional: Was macht die Konkurrenz?
Gugel: Zunehmend machen sich Wettbewerber in Nischen breit, die Youtube nicht optimal bedient. Mittlerweile ist ein Großteil der Gamer auch auf der Livestreaming-Plattform Twitch vertreten, Vimeo hat sich schon lange als optimales Umfeld für Filmemacher etabliert. Eine besondere Rolle spielen virale, mobile Apps wie Vine oder Snapchat. Smartphones sind immer sowohl Kreations- als auch Distributionskanal.
 
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