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Neuartige Malware

Wie Windows Powershell zur Virenschleuder wird

von - 29.06.2015
Matrix Code
Foto: Eset
Eine neuartige Variante der Malware Win32/Bedep nutzt gezielt die in Windows integrierte Powershell, um unbemerkt weiteren Schadcode auf das System zu laden.
Powershell-Missbrauch: Das ab Windows 7 vorinstallierte Kommandozeilenprogramm Powershell führt sowohl einfache Befehle als auch komplexe Script-Programme aus. Letztere Fähigkeit nutzt eine Variante der Win32/Bedep-Malware, um sich unbemerkt auf dem System auszubreiten. Das Sicherheitsunternehmen Eset hat nun die Vorgehensweise des Bots dokumentiert.
Registry-Eintrag
Gut versteckt: Einzig dieser Registry-Eintrag weist auf die Malware hin.
(Quelle: Eset )
Demzufolge sei die Malware ausschließlich über einen Eintrag in der Windows-Registry identifizierbar. Dieser soll sicherstellen, dass die Schadsoftware auch nach einem Neustart funktionsfähig bleibt. Der Registry-Eintrag startet wiederum bei jedem Systemstart über den Windows Explorer und cmd.exe eine Powershell-Instanz.
Weiteren Schadcode lädt die Malware anschließend per Powershell-Script herunter und speichert diesen im Arbeitsspeicher. Dadurch nistet sich die Win32/Bedep-Variante dauerhaft auf dem System ein, wobei nur der Registry-Eintrag Hinweise auf die Schadsoftware liefert. Sämtliche anderen Bestandteile werden stets neu in den Arbeitsspeicher geladen, auf der Festplatte wird hingegen kein Schadcode gespeichert.
Die von Eset untersuchte Version der Malware sei allerdings noch nicht gänzlich ausgereift und habe des öfteren zu Systemabstürzen geführt. "Richtig implementiert könnte diese Methode jedoch eine ernsthafte Bedrohung sein", erläutert Dominik Reichel auf dem Eset-Blog We Live Security.
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