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Deutsche Telekom erhöht die Gewinnprognose

T-Systems belastet Bilanz

von - 10.11.2017
Von Juli bis Ende September belastete die Telekom eine 1,2 Milliarden Euro schwere Abschreibung auf das schwächelnde Geschäft der IT-Tochter T-Systems. Der Auftragseingang habe sich nicht so entwickelt wie erwartet, sagte Dannenfeldt - und das sei auch nicht mehr aufzuholen. In dem Geschäft wandert viel klassisches IT-Outsourcing von Unternehmen wegen Kosten- und Technologievorteilen derzeit in die Cloud, also ins Internet. Hier wächst auch T-Systems ordentlich, doch das Neugeschäft kann die wegbrechenden Verträge nicht wettmachen.
Auch ein Sonderertrag aus der Neubewertung von US-Mobilfunklizenzen konnte die Belastungen nicht ganz auffangen. Der Konzerngewinn rutschte um gut die Hälfte auf 507 Millionen Euro ab. Ohne Sondereffekte hätte er um rund ein Fünftel zugelegt.
Im Tagesgeschäft lief es rund, auch dank des deutschen Mobilfunkgeschäfts. Der Umsatz kletterte konzernweit um 0,8 Prozent auf 18,25 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis um 3,3 Prozent auf 5,72 Milliarden Euro. Dabei lieferte der wiedererstarkte Euro kräftig Gegenwind. Aus eigener Kraft, ohne Zu- und Verkäufe sowie Wechselkurseinflüsse, hätte der Erlös um 3,3 Prozent zugelegt, das operative Ergebnis um 5,7 Prozent.

Mobilfunkserviceumsatz in Deutschland legt zu

Der Mobilfunkserviceumsatz in Deutschland legte trotz Belastungen aus abgeschaffter EU-Roaminggebühr sowie gekappten Durchleitungsentgelten überraschend und kräftig um 0,9 Prozent zu. Ohne die Regulierungseinschnitte hätte es sogar ein Plus von 3,7 Prozent gegeben, rechnete das Unternehmen vor. Seit einiger Zeit fährt das Unternehmen im Mobilfunk die Strategie "Mehr für mehr" gegen Wettbewerbsdruck und sinkende Preise - mehr Datenvolumen und schnellere Datenraten sollen die Kunden von teureren Tarifen überzeugen.
Im Festnetz bremste der Konzern die Umsatzrückgänge vor allem dank weiter steigender Erlöse mit dem Fernsehgeschäft über die Internetleitung. Analystin Heike Pauls von der Commerzbank wertete diesmal gar das starke operative Ergebnis in Deutschland als den Grund, warum die Telekom besser abschnitt als vom Kapitalmarkt gedacht - in letzter Zeit war zunehmend T-Mobile US der Star in der Bilanz gewesen.
Unter anderem für den Glasfaserausbau in Europa und schnelle Mobilfunkabdeckung steckt die Telekom aber weiter viel Geld ins Netz. Ohne Ausgaben für Mobilfunklizenzen investierte der Konzern im dritten Quartal konzernweit gut 3 Milliarden Euro, rund 10 Prozent mehr als vor einem Jahr. Höttges erneuerte zudem die Kampfansage an die Konkurrenten von Vodafone und United Internet (1&1 Versatel) beim Anschluss von Gewerbegebieten mit schnellen Glasfaseranschlüssen.
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