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Sicherheit

Girogo: Wie sicher sind die Bezahl-Chips?

von - 18.06.2012
Girogo: Wie sicher sind die Bezahl-Chips?
Immer mehr Unternehmen setzen auf berührungslose Bezahlverfahren. PayWave-, PayPass- und Girogo-Karten nutzen dafür einen integrierten NFC-Chip. Doch sind die Kunden auch vor Betrug geschützt?
Visa bietet seinen Kunden das Bezahlverfahren „payWave“. MasterCard verwendet die gleiche Technik, nur heißt sie hier „PayPass“. Die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken haben sich ebenfalls für ein kontaktloses Bezahlverfahren entschieden und nennen es Girogo. Alle drei Bezahlverfahren setzen dabei auf Karten mit Chips, die auf dem Funkstandard „Near Field Communication“ (NFC) basieren. Diese Bezahlchips haben nur eine Reichweite von wenigen Zentimetern. Damit sollen Kunden europaweit vor allem kleinere Beträge begleichen können, wofür sie bisher Bargeld verwendet haben.
Ab Mitte des Jahres beginnen die Finanzinstitute die bundesweite Verteilung von Girogo. 2015 sollen alle 45 Millionen Nutzer mit diesen NFC-Chips bestückten Karten ausgestattet sein. Im Gegensatz zu payWave und PayPass müssen die Kunden von Girogo ihre Karten immer erst vorab aufladen. Um das nicht zu umständlich zu gestalten, soll das aber auch in Geschäften möglich sein. Alternativ haben die Kunden von Girogo auch eine automatische Abofunktion, die selbstständig nachlädt, wenn Geld verbraucht ist.
Der Haken ist allerdings, dass Kunden, deren Girogo-Karte gestohlen werden, für bis zu maximal 200 Euro haften müssen. Das ist bei NFC-Kreditkarten von MasterCard anders. Hier geht dem Kunden bei Verlust kein Geld verloren. Andererseits: Wer seine Geldbörse verliert, ist sein Geld auch los.
Auch der Handel setzt auf Girogo. Bisher sind schon Unternehmensketten wie Douglas, Edeka und Esso mit im Boot. Händler, die bereits PayPass oder payWave akzeptieren, benötigen dafür keine neuen Lesegeräte. Die Terminals können auf Girogo nachgerüstet werden. Ein weiterer Vorteil aus Sicht vom Handel ist, dass die Transaktionsgebühren bei Girogo relativ günstig sind.
Die Sparkassen sehen im berührungslosen Bezahlen, eine absolut sichere Methode. Mit Girogo werden demnach nur noch zahlungsrelevante Daten wie der Betrag und die Kartennummer ausgetauscht. Kundeninformationen und Namen werden - anders als bei der EC-Karten-Zahlung - nicht an den Handel weitergegeben, da bei diesem Bezahlverfahren nur der Chip und nicht mehr der Magnetstreifen ausgelesen wird. Rein theoretisch könnten sich Kriminelle ein mobiles Kassenterminal besorgen und in Massenansammlungen Zahlungen initiieren. Dazu müssten sie allerdings als Händler auftreten und auch ein Zielkonto angeben. Wenn die Aktion schnell genug abläuft, lässt sich dagegen wenig unternehmen. Die Besitzer der NFC-Karte können sich jedoch vor ungewolltem Auslesen durch eine abschirmende Hülle schützen. Bei Smartphone lässt sich die NFC-Funktion bei Nichtbenutzung abschalten.
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