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Tracking Protection

Ghostery wird Open Source

von - 08.03.2018
Ghostery
Foto: Ghostery
Die Tracking Protection Ghostery ist ab sofort als Open-Source-Tool erhältlich. Der neue Eigentümer Cliqz hat den Quellcode der Browser-Erweiterung auf GitHub veröffentlicht.
Ghostery GitHub
Der Quellcode von Ghostery steht Entwicklern nun auf GitHub zur Verfügung.
Nachdem im Februar vergangenen Jahres die Burda-Tochter Cliqz das B2C-Geschäft von Ghostery übernommen hatte, veröffentlicht der neue Besitzer nun die Tracking Protection als Open Source. Wie das Linux Magazin in Erfahrung gebracht hat, ist der Ghostery-Quellcode auf der Entwickler-Plattform GitHub unter MPL-2.0-Lizenz zu finden. Einige Bestandteile wie die Tracker Databases sind aber weiterhin proprietär.
Das Münchner Unternehmen Cliqz, das seit 2013 mehrheitlich zum Medienkonzern Hubert Burda Media gehört, übernahm damals nicht nur die Ghostery-Technologie, sondern auch das zuständige Entwicklerteam mit Sitz in New York City. Der Open-Source-Spezialist Mozilla ist seit 2016 ebenfalls im Rahmen einer strategischen Minderheitsbeteiligung bei Cliqz mit an Bord.
Mit der Offenlegung des Quellcodes dürfte sich das deutsche Start-up einen Zugewinn an Vertrauen seitens der Nutzer und der Entwicklergemeinde erhoffen. Darüber hinaus sind viele direkte Wettbewerber wie Disconnect, Privacy Badger oder uBlock Origin ebenfalls als Open Source verfügbar. Lösungen, die in diesem Datenschutz-sensiblen Umfeld mit proprietären Code arbeiten, erwecken nur allzu schnell Misstrauen. Des Weiteren spricht natürlich auch die Beteiligung von Mozilla für einen Open-Source-Ansatz.

Ghostery überzeugt im Praxis-Test

Der Tracking-Schutz ist als Browser-Erweiterung für Firefox, Chrome, Opera, Edge und als integrierter Bestandteil der Cliqz-Erweiterung sowie im Cliqz-Browser verfügbar. Einmal installiert, blockiert das Add-on verschiedene Tracking-Technologien wie Cookies und Skripte, die zur Verfolgung von Web-Aktivitäten genutzt werden. Und laut den Untersuchungsergebnissen eines internationalen Forscherteams funktioniert dies in der Praxis auch recht gut. Zusammen mit der Open-Source-Lösung uBlock Origin wurde Ghostery in einem Vergleich verschiedener Datenschutz-Tools als empfehlenswerter Tracking-Schutz bewertet, der einen guten Kompromiss zwischen Praxistauglichkeit und Sicherheit liefert. Im Test reduzierte Ghostery die Anzahl der HTTP-Requests von Drittanbietern um 58 Prozent. Allerdings war hierfür eine korrekte Konfiguration erforderlich.
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