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Übernahme durch 1&1

Drillisch will kein Discount-Anbieter mehr sein

von - 27.06.2017
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Foto: leungchopan / Shutterstock.com
Drillisch-Chef Vlasios Choulidis hat einen Strategiewechsel angekündigt. Mit der neuen Marke 1&1 will er sich vom Billig-Image verabschieden - und die drei großen Netzbetreiber nun auch direkt attackieren.
Strategiewechsel beim Mobilfunkanbieter Drillisch: Im Rahmen der milliardenschweren Übernahme durch 1&1 will sich das Unternehmen gleichzeitig von seinem Discounter-Image verabschieden - und Premium-Anbieter wie die Deutsche Telekom oder Vodafone direkt attackieren.
Drillisch-Chef Vlasios Choulidis
Drillisch-Chef Vlasios Choulidis
(Quelle: Drillisch)
Dabei setzt Drillisch-Chef Vlasios Choulidis auf den Ruf der Marke "1&1", die Drillisch von United Internet übernehmen wird. "1&1 wird unsere Premiummarke sein - auch in anderen Vertriebskanälen als bisher", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters, wie unter anderem auch das Handelsblatt berichtete.
"Die Wahrnehmung, wonach Drillisch für Billigangebote steht, wird sich verändern", machte Choulidis in diesem Zusammenhang deutlich. Zwar will der Drillisch-Chef weiterhin ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Aber: "Unsere Produkte werden qualitativ besser, und dementsprechend wird auch der Preis angepasst werden", so der Manager. 
An der Mehrmarken-Strategie will Choulidis hingegen grundsätzlich festhalten. Man werde die Marken insgesamt noch einmal anschauen - dafür sei es jetzt aber noch zu früh.
Durch die Übernahme durch 1&1 spürt Choulidis generell Rückenwind: "Wir werden uns auf Augenhöhe mit den drei großen Netzbetreibern bewegen." Gleichzeitig habe man das Potenzial, jedem Neueinsteiger die Stirn zu bieten. Zusammen mit 1&1 kommt Drillisch auf zwölf Millionen Kunden. Choulidis: „Durch die Größe, die wir erreichen, können wir Vorleistungen und Handys zu attraktiveren Konditionen beschaffen als wir das alleine gekonnt hätten.“

O2-Netz im Fokus

Von dem Deal erhofft sich Drillisch auch, die O2-Netzkapazitäten besser auslasten zu können, die sich der Mobilfunkanbieter im Rahmen der Übernahme von E-Plus durch Telefónica gesichert hatte. Dazu Choulidis: „Wir haben einen sehr guten Vertrag mit O2. Wir werden uns auf dieses Netz fokussieren.“ Immer wieder vorgetragene Kritik an dem O2-Netz will er so nicht im Raum stehen lassen. „Das Netz wird sukzessive besser. O2 investiert sehr viel in das Netz und wird das weiterhin tun.“
Drillisch-Kunden, die lieber im Vodafone-Netz telefonieren wollen, sollen dies aber auch in Zukunft tun können. Einen Vertrag mit der Deutschen Telekom, wie es früher einmal existiert hatte, soll es hingegen nicht mehr geben. „Ich sehe den Vorteil nicht, den wir aus einem neuen Vertrag mit der Telekom hätten. Wir wollen uns da auch nicht verzetteln.“
Zum Hintergrund: Im Rahmen einer komplizierten Akquisition gibt United Internet zunächst seine Mobilfunk- und Festnetz-Tochter 1&1 an Drillisch ab - in einem zweiten Schritt soll United Internet dann mit 72,7 Prozent dort größter Aktionär werden. Für diesen letzten Schritt benötigt Choulidis allerdings noch grünes Licht von den Drillisch-Aktionären auf der Hauptversammlung am 25. Juli. Aktuell rührt der Manager bei den Shareholdern noch die Werbetrommel für den Deal - aktuell sei er zuversichtlich, die Zustimmung der Hauptversammlung zu erhalten.
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