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Effiziente Superrechner

AMD und ARM bringen Schwung in die Top 500

von - 19.11.2019
Superrechner
Foto: jamesteohart / Shutterstock.com
Grundlegend hat sich am Ranking der schnellsten Supercomputer der Welt nicht viel getan. Allerdings mischen sich Systeme mit AMD- und ARM-Chipsets in die Rangliste und punkten dort vor allem mit Energieeffizienz.
In der Liste der schnellsten Supercomputer der Welt, der Top 500, ist aktuell kaum Bewegung. Die Rangliste der Top Ten ist im Vergleich zu der vorherigen Liste vor einem halben Jahr nahezu unverändert. Die Anlagen "Summit" aus Tennessee und "Sierra" aus Kalifornien, beide vom US-Hersteller IBM, belegen wie schon im Sommer die ersten beiden Plätze. Die Anlagen kommen auf eine Leistung von 148,6 und 94,6 PetaFLOPS . Ein PetaFLOPS entspricht einer Billiarde Fließkomma-Berechnungen pro Sekunde. Auf Platz drei und vier folgen zwei Supercomputer aus China: "Sunway TaihuLight" und "Tianhe-2A", die mit 93 und 61,4 PetaFLOPS in Wuxi und Guangzhou arbeiten. Mit "SuperMUC-NG" schaffte es jedoch auch wieder ein Supercomputer aus Deutschland unter die ersten zehn. Mit 19,5 PetaFLOPS arbeitet die Anlage des chinesischen Herstellers Lenovo am Leibniz-Rechenzentrum in Garching bei München.

AMD und ARM in den Top 500

Einige interessante Neueinsteiger sind aber dennoch mit dabei. So haben sich etwa Systeme mit AMDs Epyc-Prozessoren ihren Platz in den Top 500 erstritten. Im Gegensatz zu ihren zumeist von Intel angetriebenen Wettbewerbern punkten die AMD-Chips mit einer besonders hohen Effizienz. So bietet etwa der in Frankreich stationierte Joliot-Curie Rome eine Rechenleistung von rund 3,7 PetaFLOPS bei 795 kW. Diese Kennwerte genügen für Platz 59 in der Rangliste. Der vergleichbar starke Pratyush-Superrechner in Indien benötigt für seine Xeon-Prozessoren von Intel 1.353 kW.
Nochmals deutlich ökonomischer lassen sich Systeme mit ARM-Prozessoren betreiben, die ansonsten vorrangig in Smartphones, Tablet-PCs oder IoT-Geräten verbaut sind. Der von Fujitsu produzierte A64FX Prototyp leistet knapp 2 PetaFLOPS bei 118 kW. Damit reicht es in den Top 500 zu einem respektablen Platz 159. Im Ranking der Energie-effizientesten Superrechner der Welt - der Green 500 - holt sich das ARM-System hingegen den Spitzenplatz.

Die Liste der Top 500 wurde am Montag auf der International Supercomputer Conference vorstellt, die diesmal in Denver (Colorado) stattfindet. Um überhaupt in die Liste aufgenommen zu werden, muss eine Anlage eine Leistung von 1,14 PetaFLOPS nach dem sogenannten Linpack Benchmark erreichen. Die am Montag veröffentlichte Liste ist die 54. Ausgabe der Top 500, die halbjährlich abwechselnd in Deutschland und den USA auf der ISC vorgestellt wird. Sie gilt noch immer als wichtige Messlatte in der Branche, manche Kritiker halten die Art der Messung jedoch nicht mehr für zeitgemäß. Der Linpack Benchmark ermittelt zwar die Schnelligkeit, aber nicht die Recheneffizienz einer Anlage.
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