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Schwarzbuch 2015 vom Bund der Steuerzahler

von - 30.09.2015
Suchmaschinen, die keiner nutzt, und teure Friedhofs-Apps: Der Bund der Steuerzahler hat sein neues Schwarzbuch mit den größten Wirtschaftsflops der öffentlichen Hand vorgestellt.
Foto: Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.
Suchmaschinen, die keiner nutzt, und teure Friedhofs-Apps: Der Bund der Steuerzahler hat sein neues Schwarzbuch mit den größten Wirtschaftsflops der öffentlichen Hand vorgestellt.
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Friedhofs-Sightseeing: Die nutzlose Smartphone-App kostete die Steuerzahler 548.000 Euro.
Der Bund der Steuerzahler deckt in seinem 43. Schwarzbuch insgesamt 133 Fälle öffentlicher Verschwendung auf. Kostprobe gefällig? Nach rund sieben Jahren trennte sich das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) von „Clewwa – die schlaue Suchmaschine für Verbraucher“. Das Internetprojekt registrierte im Medianwert gerade einmal 126 Anfragen pro Tag, brachte der Behörde nicht die erhofften Erkenntnisse zur Früherkennung von Verbraucherrisiken und kostete die Steuerzahler rund 218.000 Euro.
Das Haus der Kulturstaatsministerin förderte hingegen das Friedhofs-Sightseeing per App mit 548.000 Euro. Die kostenlose App „Wo sie ruhen“ ist seit Ende 2014 für Android sowie IOS verfügbar und ermöglicht es dem Nutzer mehr als 1.000 Gräber berühmter Persönlichkeiten anzuschauen. Die Bewertungen im App-Store: „nicht funktionell“, „langsam“ oder einfach nur „schlecht“. Kein Wunder, denn die Anwendung leitet nur auf eine gleichnamige Internetseite weiter, die sich auch über den Webbrowser des Smartphones öffnet lässt.
Der Bundeswehr widmet das Schwarzbuch gleich ein ganzes Kapitel. Mit 344.000 Euro kam der Steuerzahler bei der Werbekampagne „Frauen in der Bundeswehr“ noch vergleichsweise günstig davon. Die Anzeigen, die Frauen für die Bundeswehr begeistern sollten, wurden in Frauenmagazinen sowie online geschaltet. Zudem wurde auch eine Werbe-Webseite für die weiblichen Frontkämpfer entwickelt. Die zeigten sich allerdings wenig begeistert von der Kampagne, die Frauen klischeehaft vor einem Kleiderschrank oder beim Anziehen ihrer Schuhe zeigte. Um Rufschädigung zu vermeiden, deaktivierte das Ministerium die Internetseite und passte die Anzeigen an.
Wer sich selbst ein Bild der öffentlichen Verschwendung machen will, der kann das neue Schwarzbuch über die Website Schwarzbuch.de bestellen oder als E-Book im PDF-Format kostenlos laden.
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