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Schnüffelei im Klartext

Adobe sammelt Nutzungsdaten von E-Book-Lesern

von - 08.10.2014
Jeder zweite Deutsche hat schon mal ein E-Book gelesen. Und bei vielen hat Adobe mitgelesen, denn die Adobe Digital Editions senden Daten über die E-Book-Nutzung unverschlüsselt zum Hersteller.
Foto: Adobe
Jeder zweite Deutsche hat schon mal ein E-Book gelesen. Und bei vielen hat Adobe mitgelesen, denn die Adobe Digital Editions senden Daten über die E-Book-Nutzung unverschlüsselt zum Hersteller.
Welches E-Book haben Sie im letzten Winterurlaub gelesen? Schon vergessen? Kein Problem, denn Adobe weiß, was Sie lesen! Und viele andere könnten es auch wissen, denn die Adobe Digital Editions 4 übertragen die gesammelten Daten sogar im Klartext an Adobe Systems.
Wie das Unternehmen nach Berichten von The Digital Reader eingestehen musste, sendet die Verwaltungs-Software für E-Books diverse Nutzungsdaten unverschlüsselt an Adobe. Dabei sammelt die Software, die benötigt wird um DRM-geschützte E-Books auf dem jeweils bevorzugten Lesegerät zu betrachten, unter anderem Nutzer-IDs, die IP-Adresse des verwendeten Geräts und Daten wie Lesezeit, Lesefortschritt oder die zuletzt gelesene Seite des E-Books. Zudem ermittelt die Software das Datum des Kaufs und Downloads sowie Metadaten wie Titel und Autor.
Laut Adobe werden alle gesammelten Nutzungsdaten gemäß des Lizenzabkommens und der Adobe Privacy Policy ausschließlich für die Validierung von Lizenzen und die Realisierung von Lizenzmodellen anderer Publisher verwendet. Zudem arbeite der Konzern an einem Update der Adobe Digital Editions, um das Sicherheitsrisiko der unverschlüsselten Datenübermittlung zu beseitigen.
Auf einige Vorwürfe von The Digital Reader ging Adobe in seinem Statement allerdings nicht ein. So ist bislang unklar, ob die Software nicht auch die Festplatte und andere Anwendungen nach E-Books durchsucht.
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