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Datenschutz

Übermittlung von Telemetriedaten unter Windows 10 abschalten

von - 04.02.2020
Windows-Symbol auf Tastatur
Foto: Wachiwit / shutterstock.com
Die Übertragung von Windows-Telemetriedaten an Microsoft lässt sich in der Enterprise-Version 1909 vollständig deaktivieren. Das ergab nun eine Untersuchung bayerischer Sicherheitsforscher mit der Unterstützung von Microsoft-Mitarbeitern.
Datenschützern ist die Übermittlung von Telemetrie-Daten aus Windows an Microsoft schon länger ein Dorn im Auge. Wie eine Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht (BayLDA) nun jedoch ergeben hat, kann die Datenübertragung nach Redmond vollständig unterbunden werden - zumindest in der Enterprise-Version von Windows 10.
Eine Expertengruppe des BayLDA führte im Dezember 2019 verschiedene Laboranalysen zu diesem Thema durch. Ursprünglich sollte bewertet werden, inwiefern der Umgang mit den Telemetriedaten mit den geltenden Datenschutz-Gesetzen in Einklang ist.
Für die Tests wurde ein Rechner mit der Enterprise-Version 1909 von Windows 10 aufgesetzt. Überwacht wurden die Datenflüsse mithilfe einer Man-in-the-Middle-Analyse. Als der Telemetrielevel auf "Security" eingestellt wurde, fand fast kein Datenverkehr mehr statt. Lediglich Aufrufe an (Microsoft-) Server für den Erhalt kryptografischer Zertifikate ließen sich nicht ohne Weiteres abschalten, heißt es in dem Bericht weiter. Zwar sei dies grundsätzlich auch möglich, aus Sicherheitsgründen jedoch nicht ratsam.

Microsoft-Mitarbeiter an Untersuchung beteiligt

An der Untersuchung beteiligt waren auch mehrere Mitarbeiter von Microsoft. Über zehn Personen davon stammten dabei aus dem technischen Bereich des Konzerns und waren eigens aus den USA angereist. Die Beteiligung der Microsoft-Mitarbeiter sei deshalb notwendig gewesen, um technische Fragen, die während der Analyse aufkommen könnten, zu beantworten, so der Bericht der BayLDA.
Die Forscher weisen in ihrem Text darauf hin, dass der Test in einer geschützten Laborumgebung stattgefunden habe. Sollten ähnliche Ergebnisse jedoch auf beim realen Einsatz bestätigt werden, gebe es keine Einwände hinsichtlich des Datenschutzes im Bereich Telemetriedaten.

Nutzer erhalten Macht über eigene Daten zurück

Das Ergebnis dieser Untersuchung ist durchaus erfreulich. Windows dominiert mit 88,07 Prozent weltweitem Anteil (Desktop-Systeme) ganz klar den Markt. Dass ein anderes Betriebssystem wie Mac OS (9,44 Prozent) oder Linux (1,87 Prozent; Zahlen stammen allesamt von netmarketshare.com) dem Platzhirsch in naher Zukunft gefährlich werden könnte, ist absolut unwahrscheinlich. Durch die Möglichkeit, die Übertragung der Telemetriedaten zu unterbinden, geben die Redmonder den Nutzern einen wichtigen Teil ihrer Privatsphäre zurück.
Grundsätzlich handelt es sich bei den betreffenden Informationen um Messwerte zur Sicherheit sowie Stabilität des Systems. Microsoft hatte in der Vergangenheit stets darauf beharrt, diese Daten zur Verbesserung der Software zu benötigen. Ob ein Nutzer mit seinen eigenen Informationen jedoch dazu beitragen möchte oder nicht, sollte jedem selbst überlassen sein.
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