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IWF-Prognose

Weltwirtschaft verkraftet Corona-Schock doch besser

von - 14.10.2020
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Foto: Daniel Reinhardt / dpa
Der Internationale Währungsfonds hebt seine Konjunkturprognose für 2020 an. Dank beispielloser Konjunkturhilfen sei in der Corona-Krise bislang das Schlimmste verhindert worden. Die Deutsche Bundesbank stellt die Kreditinstitute derweil auf zunehmende Firmenpleiten ein.
Die Weltwirtschaft dürfte den Corona-Schock nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) etwas besser verkraften als zunächst befürchtet.
In diesem Jahr sei mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um rund 4,4 Prozent zu rechnen, hieß es am Dienstag in einer neuen IWF-Prognose. Damit hob der Währungsfonds seine Vorhersage vom Juni um 0,8 Prozentpunkte an. "Wir gehen von einer etwas weniger heftigen, aber immer noch tiefen Rezession aus", erklärte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath.
In Deutschland appellierte derweil die Bundesbank an die Kreditinstitute, den Geldhahn in der Corona-Krise auch bei steigenden Firmenpleiten offenzulassen. "Banken sollten ihre vorhandenen Kapitalpuffer nutzen, um weiterhin angemessen Kredite zu vergeben", sagte Claudia Buch, Vizepräsidentin der Bundesbank, bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts 2020 in Frankfurt. Momentan hätten die Banken Kapitalpuffer, um höhere Verluste aufzufangen.

Inflation in Deutschland unter Nullmarke gerutscht

Preisauftrieb verursacht die Geldflut der Notenbanken und Konjunkturpakete bislang nicht - im Gegenteil: Die Inflation in Deutschland ist zum zweiten Mal in diesem Jahr unter die Nullmarke gerutscht. Gedämpft von der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung lagen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Behörde bestätigte damit vorläufige Daten. Eine niedrigere Rate hatte es zuletzt im Januar 2015 mit minus 0,3 Prozent gegeben.
IWF-Ökonomin Gopinath sagte in Washington, weltweit hätten die großen Volkswirtschaften die Folgen der Krise im zweiten Quartal dank beispielloser Konjunkturhilfen und geldpolitischer Unterstützung besser bewältigt als angenommen. Eine Wiederholung einer "Finanzkatastrophe" wie während der letzten großen Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 habe dadurch bislang verhindert werden können. Allerdings bleibt der Ausblick ungewiss. Die Erholung ab kommendem Jahr werde "langsam, ungleich, unsicher und anfällig für Rückfälle" sein, betonte der Währungsfonds.
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