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DSAG-Investitionsreport 2019

SAP-Anwender zwischen Big-Data-Euphorie und Digitalisierungs-Skepsis

von - 24.01.2019
SAP.Logo auf Gebäude
Foto: josefkubes / Shutterstock.com
Der aktuelle DSAG-Investitionsreport 2019 zeigt ein zwiegespaltenes Bild der Branche: Einerseits stehen Trend-Themen wie Big Data, IoT oder KI ganz oben auf der Agenda, während sich andererseits zunehmend Ernüchterung in Sachen Digitalisierung breit macht.
Auch bei SAP-Anwendern stehen Big Data, das Internet of Things und Künstliche Intelligenz hoch im Kurs. Laut des aktuellen Investitionsreports 2019 der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) sind dies die wichtigsten Digitalisierungsthemen der Mitglieder. Beinahe die Hälfte der Mitglieder arbeiten an Projekten im Bereich Big Data oder IoT, während ein Drittel der Befragten mit KI-Lösungen beschäftigt ist.
Marco Lenck, DSAG-Vorstandsvorsitzender
Marco Lenck, DSAG-Vorstandsvorsitzender
(Quelle: DSAG)
Gänzlich positiv fällt der Investitionsreport allerdings nicht aus. So spielen etwa die oben genannten Trendthemen bei einem Fünftel der Unternehmen keine Rolle, in diese Technologien wird hier nicht investiert. Darüber hinaus macht sich auch in so mancher Firma Ernüchterung bezüglich der Digitalisierung breit. So sind Unternehmen etwa in der Einschätzung des eigenen Fortschritts bei der digitalen Transformation skeptischer geworden. Ganze 62 Prozent der befragten Firmen bewerten den eigenen Status mit "nicht weit". Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Verschlechterung von 10 Prozent. Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der DSAG, begründet diese Entwicklung mit einer realistischeren Einschätzung der anstehenden Aufgaben. "Die Themen lassen sich heute besser greifen und damit auch, welche organisatorischen oder technischen Brocken bei den Digitalisierungsvorhaben noch vor den Unternehmen liegen."

Mehr Geld für die Digitalisierung

Top-Themen der Digitalisierung
Big Data, IoT und KI stehen bei SAP-Anwendern hoch im Kurs.
(Quelle: DSAG )
Indessen dürfen sich viele IT-Verantwortliche über höhere Budgets für SAP-Investitionen freuen. In 42 Prozent der Unternehmen steigen die Investitionen um 27 Prozent - im Vergleich zum Vorjahr fällt die Steigerungsrate jedoch um 10 Prozent geringer aus. Erstmals im Report abgefragt wurde darüber hinaus, inwiefern die zur Verfügung gestellten Budgets direkt von den Fachabteilung bereitgestellt und verantwortet werden. In knapp einem Drittel der Firmen (28 Prozent) haben hier die Fachabteilung das Sagen. Damit erfahren die Fachabteilungen im Zuge der Digitalisierung eine Aufwertung innerhalb der Unternehmen.
Die verfügbaren Budgets wandern derweil nur noch zu 10 Prozent in ERP-Lösungen. Das lässt darauf schließen, dass die Business Suite in vielen Unternehmen bereits weit ausgereift ist. Die Investitionen in S/4HANA verharren hingegen auf 14 Prozent. Die frei gewordenen Mittel werden zumeist in Cloud-Lösungen sowie in Big Data, IoT, KI oder RPA gesteckt.

Forderung nach mehr Aufklärung

Zu den Ergebnissen des Investitionsreports resümiert die DSAG, dass es weiterhin an Aufklärungsarbeit zur Digitalisierung in den Unternehmen bedarf. Hier fehlen hauptsächlich anschauliche Beispiele und Best Practices. Außerdem solle die bestehende Business Suite nicht zu Gunsten von S/4HANA kannibalisiert werden. "SAP-Kunden, die mit der Umstellungsgeschwindigkeit nicht mithalten können, dürfen nicht abgehängt werden, etwa durch eine deutliche funktionale Ausdünnung der Business Suite", fordert Lenck. "Es wird noch eine lange Übergangszeit geben, in der beide Lösungen zum Einsatz kommen."
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