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Warum es sinnvoll ist, Experten zeitlich begrenzt zu engagieren

Digitalisierung keine Raketenwissenschaft

von - 16.03.2020
com! professional: Der Fachkräftemangel bremst bekanntlich die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft. Gibt es denn auch so etwas wie einen Manager-Mangel? Und wie können Interim-Manager und Ihre Plattform zur Lösung dieses Problems beitragen?
Franssen: Natürlich gibt es für ganz, spezifische Frage- und Themenstellungen zu einer bestimmten Zeit einen Mangel an Experten, die genau diese Erfahrung und Expertise mitbringen. Als die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umgesetzt wurde, gab es beispielsweise bei vielen Unternehmen einen enormen Bedarf an entsprechenden Experten. Verlagshäuser stehen zurzeit vor der Herausforderung komplexe Data-Warehouse-Anwendungen zu entwickeln. Hintergrund ist die Tatsache, dass die meisten Publikationen elektronisch gelesen werden. Es reicht daher nicht mehr aus, Zahlen über die verkauften Auflagen zu haben, sondern beispielweise Informationen darüber, wie häufig ein einzelnes Kapitel elektronisch gelesen wurde. Auch hierfür sind oftmals Interim-Manager gefragt.
com! professional: Wandelt sich die Rolle von Interim-Managern durch die zunehmende Digitalisierung? Sind andere Kenntnisse und Erfahrungen gefragt als früher? 
Franssen: Da Themen der Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette relevant sind, muss ein Interim-Manager natürlich auch das Know-how mitbringen, um relevante Prozesse und Strukturen im Hinblick auf die digitale Transformation anzupassen und neu auszurichten. Wobei hier auch zu konstatieren ist, dass das Thema „digitale Transformation“ teilweise abstrakt überbewertet und als Rocket Science dargestellt wird. Im Kern geht es um die Optimierung beziehungsweise Neugestaltung von Produkten und Services sowie die intelligente Aufbereitung von Daten und Informationen. 
com! professional: Zu welchen Themen der digitalen Transformation werden Interim-Manager besonders häufig auf Ihrer Plattform gesucht? Gibt es zum Beispiel viele Chief Digital Officer (CDO)?
Franssen: Es besteht ein großer Bedarf an Experten zur Prozess-Optimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ein zweites Themenfeld ist das Kundenverhalten besser zu verstehen, zu antizipieren und digitale Vertriebswege zu erschließen (Stichwort: Customer Journey, Affiliate Programme, marketingtechnische Nutzung von beispielsweise Instagram als Werbe- und Vermarktungskanal). Der dritte Themenschwerpunkt fokussiert sich darauf, Produkte und Maschinen intelligenter zu gestalten, um zum Beispiel Ausfall- und Umrüstzeiten zu minimieren oder Systemlösungen anzubieten.
Häufig ist ein Projekt, das die digitale Transformation zum Thema hat, der Nukleus, um über eine aufbau- und ablauforganisatorische Etablierung einer Chief-Digital-Officer-Organisation nachzudenken beziehungsweise diese zu implementieren.    
 
com! professional: Können Sie Beispiele nennen, bei denen Interim-Manager, die über ihre Plattform vermittelt wurden, erfolgreich Unternehmen in die Digitalisierung geführt haben?
 
Franssen: Ein aktuelles Beispiel ist ein Projekt bei einer Bank, die die gesamten Einkaufsprozesse digitalisiert (Procure-to-Pay-Prozesse einführt) und hierfür einen Interim-Manager aus unserem Pool mandatiert hat. Ein anderes Projekt ist die Konzeption und Einführung einer umfassenden Data-Warehouse-Lösung für einen Fachverlag, bei dem auf externe und interne Daten zugegriffen wird.
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