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AMS rechnet weiter mit Osram-Übernahme

Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen Osram und AMS

von - 23.03.2020
AMS hatte Ende 2019 nach einer monatelangen Übernahmeschlacht mit US-Finanzinvestoren die zuvor gesenkte Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent im zweiten Anlauf überschritten. Die Österreicher wollen einen europäischen Weltmarktführer für Sensoriklösungen und Photonik schmieden und mit Osram zudem einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag schließen. In der Mitteilung verwies AMS darauf, dass das Unternehmen seine direkt erworbene Beteiligung an Osram auf 23,4 Prozent aufgestockt habe. Dies zeige erneut, dass der Konzern den Deal zu einem Abschluss bringen und den angepeilten Zusammenschluss weiterhin realisieren wolle.
Das Management des angeschlagenen Münchner Lichtkonzerns Osram hatte bei der ersten Übernahme-Offerte noch erhebliche Zweifel an der Strategie, Integrationskompetenz und Finanzierung von AMS geäußert. Beim zweiten Anlauf hatten Osram-Chef Olaf Berlien und AMS-Lenker Everke dann aber kooperiert. Der Osram-Betriebsrat und die IG Metall hatten sich vehement gegen die Übernahme durch die Österreicher gewehrt, sie befürchten unter anderem eine Zerschlagung des Traditionskonzerns und einen erheblichen Stellenabbau.

Osram leidet unter schlechter Autokonjunktur

Osram war 2019 tief in die roten Zahlen gerutscht und leidet vor allem unter der mauen Autokonjunktur. Mit der Autoindustrie macht Osram den Löwenanteil des Geschäfts. Auch die Geschäfte mit Smartphone-Herstellern liefen 2019 nicht mehr rund. Zu den ohnehin gravierenden Problemen kommt nun auch noch das neuartige Coronavirus hinzu. Infolgedessen hatte Osram vor wenigen Tagen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurückgezogen und gewarnt, dass es seine Ziele voraussichtlich nicht erreichen werde. Eine neue Prognose wurde nicht gegeben.
Stattdessen plant Osram als Reaktion auf die Krise jetzt ein weiteres umfangreiches Sparpaket, zudem zieht das Unternehmen Kurzarbeit an besonders betroffenen Standorten und die vorübergehende Schließung von Produktionsstätten in Betracht. AMS dagegen bestätigte jüngst seine Prognose für das laufende erste Quartal. Der Ausbruch des Coronavirus führe zu keiner Änderung der Erwartungen, hatte das Unternehmen erklärt. Allerdings beobachte AMS die Auswirkungen des Coronavirus auf sein Geschäft genau, hieß es.
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