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Kryptowährung

Update für die Bitcoin-Blockchain steht in den Startlöchern

von - 19.07.2017
Bitcoin Blockchain Update
Foto: FabreGov / shutterstock.com
Der Bitcoin-Blockchain steht ein umfassendes Update bevor. Davon ist jedoch nicht die gesamte Community begeistert. Im schlimmsten Fall droht die Spaltung der Kryptowährung.
Im April legte die Kryptowährung Bitcoin einen Höhenflug hin, der bis Mitte Juni anhielt. Zeitweise war das virtuelle Zahlungsmittel über 2.600 Euro wert . Doch in den vergangenen Wochen brach der Bitcoin-Kurs massiv ein – binnen kürzester Zeit verlor er fast ein Drittel seines Werts. Ein Grund dafür könnte sein, dass der Bitcoin-Blockchain im August ein umfassendes Update bevorsteht. Nötig wird dieses, weil die Blockchain aufgrund der ständig wachsenden Zahl an Transaktionen allmählich an ihre Grenzen stößt. Die Begrenzung für eine Blockgröße soll deshalb von einem auf zwei Megabyte angehoben werden. Die Entwickler wollen so die schnellere Abwicklung von Transaktionen gewährleisten. Aktuell könne diese schlimmstenfalls mehrere Tage dauern, berichtet Finanzen.net.
Das Update namens "SegWit2x" soll gleichzeitig die Abwicklung von Off-Chain-Transaktionen ermöglichen. So könnten Nutzer Zahlungen vornehmen, ohne dass diese über die Blockchain laufen. Laut "Golem" könnte dafür die P2P-Lösung Lightning Network zum Einsatz kommen. Sie sei insbesondere für Nutzer vorgesehen, die untereinander häufig Bitcoins austauschen. Mit der Ergänzung durch das Lightning Network soll ebenfalls die Geschwindigkeit von Bitcoin-Transaktionen verbessert werden. "SegWit2x" erhöht zudem die Sicherheit: Dritte sollen dadurch keine Transaktionen mehr manipulieren können, bevor diese bestätigt werden, auch der Diebstahl von Bitcoin aus einem Wallet werde erschwert.

Gespaltene Community

Das geplante Update spaltet die Community. Weil sich die Kryptowährung dadurch vom Zahlungsmittel zum Investment wandeln könnte, stößt es nicht bei allen Usern auf Zustimmung. Die meisten großen Bitcoin-Unternehmen unterstützen das Vorhaben allerdings – einige haben sich jedoch nicht dazu verpflichtet. Damit "SegWit2x" umgesetzt werden kann, ist zusätzlich die Zustimmung von 95 Prozent der Bitcoin-Schürfer nötig – zurzeit liegt ihre Akzeptanz bei knapp 88 Prozent.
Erhält das Projekt jedoch nicht die nötige Bewilligung, droht eine Spaltung der Währung. Für Besitzerinnen und Besitzer von Bitcoin bedeutet dies, dass sie nach dem Update plötzlich im Besitz zweier Bitcoin-Arten sein könnten, die je auf einer eigenen Blockchain basieren. Eine Spaltung könnte zudem dazu führen, dass zuvor eingegangene Bitcoins wieder aus Wallets verschwinden oder Zahlungen nicht ausgeführt werden.
Bis am 26. Juli haben die Miner noch Zeit, ihren Support für "SegWit2x" zu signalisieren. Ansonsten werden sie aus der Blockchain ausgegliedert. Vollzogen wird das Update danach am ersten August – kommt es tatsächlich zur Spaltung von Bitcoin, würde sie an diesem Datum erfolgen. Läuft alles nach Plan, sollte das Update bis Ende August implementiert sein. Die Blockgröße würde danach im November auf zwei Megabyte aufgestockt.

So geht beim Update kein Geld verloren

In einem Blog-Beitrag erklären die Entwickler hinter Bitcoin-Core – sie überwachen den Bitcoin-Code – was beachtet werden muss, damit während dem Update kein Geld verloren geht. Sie raten den Nutzern etwa, den Vorgang aufmerksam zu beobachten und sich auf dem Laufenden zu halten. Zur Vorbereitung sollten 48 Stunden vor dem Update keine Zahlungen ausgeführt oder akzeptiert werden. Zudem warnen sie davor, Bitcoins in Börsen oder Diensten aufzubewahren, bei denen die privaten Schlüssel nicht lokal gespeichert werden können. Von der Bitcoin-Nutzung sollte grundsätzlich abgesehen werden, bis der vollständige Abschluss des Updates bestätigt wurde. Zudem müsse mit großen Kursschwankungen gerechnet werden. Im Blog informieren die Entwickler laufend über den Stand der Aktualisierung.
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