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Die Zukunft des Straßenverkehrs

Die Revolution der autonomen Autos lässt auf sich warten

von - 03.09.2019
Autos auf der Straße
Foto: shutterstock.com/Zapp2Photo
Nach einigen Prognosen vom Anfang des Jahrzehnts hätten wir schon in Robotaxis durch die Städte fahren können. Doch obwohl viele Player Tag für Tag selbstfahrende Testautos auf die Straße schicken, ist die Technik immer noch nicht marktreif.
Die Vision für die Zukunft des Straßenverkehrs schien schon seit Jahren vorgezeichnet: Selbstfahrende Autos vermeiden den Großteil der Unfälle. Robotaxis machen in den Städten weder eigene Autos notwendig, noch die heutigen Massen an Parkplätzen. Noch so fünf Jahre, hieß es immer wieder, bis autonomes Fahren tatsächlich im Alltag ankommt. Nachdem seit den ersten optimistischen Prognosen schon deutlich mehr Zeit verstrichen ist, scherzt man in der Branche manchmal, dass selbstfahrende Autos immer fünf Jahre entfernt sind.
So musste erst vor wenigen Wochen der US-Autoriese General Motors einräumen, dass er doch nicht schon in diesem Jahr seinen ersten Robotaxi-Service starten wird. Stattdessen sollen zunächst die Testfahrten mit selbstfahrenden Autos in San Francisco weiter ausgebaut werden, erklärte der Chef der GM-Roboterwagenfirma Cruise, Dan Ammann. Auf einen neuen Termin wollte sich der Konzern nicht mehr festlegen.
Bei Volkswagen machte sich der zuständige Manager Thomas Sedran im Frühjahr daran, den Zeithorizont zu entzerren. Die bisherigen Prognosen seien zu optimistisch gewesen, erklärte er in Interviews. Und versuchte, Entwarnung für die Branche zu geben: "Mindestens bis 2030 wird das Robotertaxi das eigentliche Geschäftsmodell der Autoindustrie nicht wesentlich verändern", sagte er dem Manager-Magazin.

Mehr Zeit für Hersteller

Kommt es so, würden die Hersteller mehr Zeit bekommen, sich anzupassen. Denn als sicher gilt, dass beim Robotaxi den Großteil der Umsätze der Betreiber des Fahrdienstes macht - und nicht derjenige, der sie baut. So verkündete Cruise noch im vergangenen Jahr, jedes Robotaxi solle über seine Lebenszeit mehrere hunderttausend US-Dollar einbringen. Das lässt die Beträge, die ein gebautes Auto heute einem Hersteller einbringt, klein aussehen.
Außerdem ist die Branche am Rätseln, mit wie viel weniger Fahrzeugen auf den Straßen man dank Robotaxis auskommen kann. So kamen die Analysten der Bank UBS zu dem Schluss, dass man in New York mit einem Drittel der heutigen Taxi-Flotte auskommen könnte, wenn man selbstfahrende Autos einsetzt. Zugleich rechnen sie aber durch höheren Verschleiß damit, dass ein Auto nur um die drei Jahre hält - also der Ersatzbedarf wiederum die Produktion ankurbeln könnte.
Auch die UBS-Analysten senkten allerdings ihre Prognose für das Jahr 2030 auf 11 Millionen Robotaxis weltweit - von zuvor 26 Millionen. Der Grund: Die Technologie zur Marktreife zu bringen dauere länger als geplant.
Die Erfahrungen der Google-Schwesterfirma Waymo, die testweise einen ersten Robotaxi-Service in einem Vorort der Stadt Phoenix in Arizona betreibt, zeigen, wo es hakt. Die Silicon-Valley-Website "The Information" veröffentlichte jüngst Kommentare von Passagieren zu ihren Robotaxi-Fahrten. Wer unzufrieden war, führte es meist auf die Fahrweise der weißen Minivans oder schlecht gewählte Routen zurück. So beschwerten sich Leute unter anderem darüber, dass die Wagen zu unruhig gefahren seien - oder zu langsam.
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