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Vernetzte Mobilität

Deutsche sehen Vorteile autonomer Fahrzeuge

von - 15.02.2017
Selbstfahrendes Auto
Foto: Rinspeed
Selbstfahrende Fahrzeuge verbessern den Verkehrsfluss, sorgen für mehr Sicherheit und verbrauchen weniger Treibstoff. Davon sind die Teilnehmer einer aktuellen Studie des Branchenverbandes Bitkom überzeugt.
Die Mehrheit der Deutschen sieht dem Autonomen Fahren zuversichtlich entgegen: Zwei Drittel geben in einer Umfrage unter 1.006 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom an, dass sie Vorteile von selbstfahrenden Fahrzeugen sehen. Ferner erwarten 44 Prozent der Teilnehmer einen besseren Verkehrsfluss durch die neue Technologie, während 40 Prozent einen geringeren Kraftstoffverbrauch und wiederum 34 Prozent ein Plus an Sicherheit prognostizieren.
Vorteile Autonomes Fahren
Zwei Drittel der Befragten sehen Vorteile durch autonome Autos.
(Quelle: Bitkom )
Bis autonome Fahrzeuge allerdings völlige Praxisreife erreichen, sind noch zahllose technische Hürden zu nehmen und entsprechend viele Testkilometer abzuspulen. Dass die Tests auch heute schon auf öffentlichen Straßen stattfinden, befürworten dabei sogar 7 von 10 Befragten. Die durch die Automatisierung gewonnene Zeit würden die Teilnehmer der Umfrage überwiegend für Gespräche mit dem Beifahrer, Lesen oder Filme schauen verbringen. Selbstfahrende Fahrzeuge hin oder her: 44 Prozent der Befragten würden sich dennoch auf den Verkehr konzentrieren.
Nach Ansicht des Bitkom wird es künftig nicht mehr alleine darum gehen, die beste Hardware zu liefern. Die Software der Fahrzeuge und die Vernetzung mit smarten Services rund um Mobilität rücken in den Mittelpunkt. Dabei umfasst Autonomes Fahren die Technologien aus den aktuellen IT-Trendthemen IoT und AI. Vernetzte Fahrzeuge müssen im komplexen Großstadtverkehr unzählige Daten in kürzester Zeit verarbeiten und zuverlässig die richtigen Entscheidungen treffen. Dies setzt eine leistungsstarke Hardware und intelligente Systeme voraus. In diesen Bereichen haben zumeist IT-Unternehmen oder junge Autobauer wie Tesla die Nase vorn. Allerdings sollen laut dem Bitkom-Vizepräsident Achim Berg auch die deutschen Hersteller gut aufgestellt sein. Dank Kooperationen mit Tech-Größen wie IBM, Intel oder Nvidia greifen traditionelle Autobauer auf das Know-how der IT-Industrie zurück. Letztere profitiert von den Erfahrungen der Autoindustrie im Fahrzeugbau.

Autonomes Fahren als Service

Im Zuge der Automatisierung des Straßenverkehrs soll sich laut der Bitkom-Studie auch das Kaufverhalten der Deutschen ändern. Heute sagen noch 62 Prozent, dass es ihnen wichtig ist, ein eigenes Auto zu besitzen. Sollte es aber möglich sein, sich zum Beispiel per App ein selbstfahrendes Auto bei Bedarf zu rufen, wollen 61 Prozent kein eigenes Auto mehr kaufen. Damit würde sich das bei Online-Diensten so gängige Abo- beziehungsweise Service-Modell auf die Fahrzeugindustrie ausweiten. „Das autonome Auto ist nicht nur eine Weiterentwicklung des Autos wie wir es heute kennen, es ist die Basis für ein völlig neues Verständnis von Mobilität“, erläutert Berg.

Hacker, Bugs und andere Gefahren

Die großen DDoS-Attacken, die im vergangenen Jahr unter anderem Dienste wie Twitter, Spotify oder PayPal über Stunden hinweg lahmgelegt haben, zeigten bereits, dass es um die Sicherheit im IoT noch nicht gut bestellt ist. Sollen künftig auch vernetzte Fahrzeuge sicher und zuverlässig durch den Straßenverkehr navigieren, muss auch die zugrundeliegende Technologie abgesichert sein. Auch technische Fehler führen auf der Straße zu weitaus größeren Gefahren als in den digitalen Breiten des Internets. Darüber sind sich auch die Teilnehmer der Studie im Klaren. So sprechen für 63 Prozent vorwiegend Ängste vor technischen Problemen gegen selbstfahrende Autos. 61 Prozent fürchten, dass ein autonomes Auto gehackt werden könnte.
Das Für und Wieder der autonomen Mobilität will der Bitkom auch im Rahmen eines Mobility-Hubs am 23. Februar in München erörtern. Dieser soll die Zusammenarbeit von Global Playern der Branche, Mittelständlern, Start-ups sowie Wissenschaft und Forschung unterstützen.
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