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WWDC 2020

Apple wechselt bei den Macs auf ARM-Prozessoren

von - 24.06.2020
Tim Cook
Foto: Apple Inc. / dpa-tmn
Apple stellt auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC jedes Jahr seine Software-Neuheiten vor. Auf der WWDC 2020 wurde nun ein historischer Plattformwechsel verkündet.
"Apple inside": 15 Jahre nach seinem historischen Schwenk auf Intel-Prozessoren stellt Apple seine Macs schrittweise auf eine neue Plattform um. Konzernchef Tim Cook sprach am Montag von einem "historischen Tag für den Mac".
Künftige Generationen der Mac-Computer werden wie iPhone und iPad mit einem von Apple selbst entwickelten ARM-Prozessor laufen. Die ersten Geräte mit der neuen CPU-Architektur sollen noch in diesem Jahr erscheinen. Für eine längere Übergangsphase wird Apple aber weiterhin auch Rechner mit Intel-Prozessoren im Programm haben. Experten erwarten, dass der Übergang mindestens zwei Jahre dauern wird.
Apple löst sich mit diesem Schritt zum einen von der Abhängigkeit von Intel. Der kalifornische Chip-Hersteller lieferte seine neuen Prozessor-Generationen zuletzt nicht in dem von Apple gewünschten Tempo. Außerdem bietet die Umstellung auf ARM-basierte Chips die Möglichkeit, dass iOS- und iPad-Anwendungen in Zukunft nativ im macOS ausgeführt werden können. "Die meisten Anwendungen werden einfach funktionieren", versprach Apple-Chef Cook. "Das bedeutet, dass Sie zum ersten Mal in der Lage sein werden, native macOS-Anwendungen neben nativen iOS-Anwendungen nebeneinander laufen zu lassen."

ARM übermacht in Tablets

Prozessoren, die auf der Architektur des britischen Chipdesign-Unternehmens ARM aufsetzen, gelten im Vergleich zu Intel-Chips als energieeffizienter. Daher verwenden fast alle Smartphones und die meisten Tablet Computer ARM-Chips. Intel konnte sich in diesem Segment nie durchsetzen. In den vergangenen Jahren hat das ARM-Design auch bei der Performance gegenüber Intel aufgeholt. So ist der aktuelle Spitzenchip des iPad Pro, der A12Z, schneller als die meisten Notebook-CPUs von Intel oder AMD, die auf einer klassischen x86-Architektur aufsetzen.
Ähnlich wie einst beim Übergang von den PowerPC-Chips auf Intel-Prozessoren im Jahr 2005 steht Apple erneut vor der Herausforderung, dass bestehende Software auf die neue Plattform angepasst werden muss. Entwickler haben nun Zeit, ihre macOS-Programme auf die ARM-Hardware anzupassen. Für Apps, die auf beiden Plattformen (Apple-ARM und Intel) laufen, wurde der neue Standard "Universal 2". Für Programme, die (noch) nicht angepasst wurden, bietet Apple die Laufzeitumgebung "Rosetta 2" wie einst beim Wechsel von PowerPC zu x86. Ähnlich wie das historische Vorbild "Rosetta" soll sie bestehende Apps ohne Anpassungen zum Laufen bringen. Wie gut das klappt, müssen Praxistests erweisen.
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