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Apple in der Klemme zwischen China und Trump

Wirtschaftliche Interessen binden Apple an Trump

von - 22.11.2019
Der Apple-Chef hat also handfeste wirtschaftliche Interessen, Gehör bei Trump zu finden. Deshalb hat er auch die Einladungen von Trump zu verschiedenen Beraterrunden im Weißen Haus und im Trump Tower an der 5th Avenue in New York angenommen. Cook wurde auch zwei Mal zu Abendessen in den Trump-Golfclub in Bedminster im US-Bundesstaat New Jersey eingeladen. Bei diesen Gelegenheiten sucht er insbesondere die Nähe zu Trumps Tochter Ivanka, die als Beraterin in Weißen Haus agiert. Cook begleitete Ivanka Trump auch auf einer Reise, um Schulen im US-Bundesstaat Idaho zu besuchen. Nebenbei konnte er auch Werbung für den Einsatz von iPads und MacBooks an den US-Schulen machen.

Beim der Fabrikbesichtigung am Mittwoch in Austin hielt Cook dem US-Präsidenten einen längeren Vortrag darüber, wie wichtig der Produktionsstandort USA für Apple sei. Das Unternehmen beziehe Teile von rund 9.000 amerikanischen Zulieferbetrieben und werde bis zum Jahr 2023 für eine Wirtschaftsleistung von rund 350 Milliarden Dollar im Heimatland verantwortlich sein.

Trump schrieb nach dem Besuch auf Twitter, er könne sich auch vorstellen, dass Apple sich am Aufbau eines 5G-Mobilfunknetzes in den USA beteiligen könne. "Sie verfügen über alles Notwendige - Geld, Technologie, Vision & Cook!", twitterte der Präsident.


Hoffnungen, dass die Produktion des iPhones von Asien in die USA verlagert wird, kann der Präsident sich allerdings nicht machen. Das mit Abstand wichtigste Apple-Produkt wird vor allem in chinesischen Fabriken des taiwanesischen Produktionsgiganten Foxconn hergestellt. Dort sind nicht nur hunderttausende Arbeiter mit der Montage beschäftigt, sondern auch unzählige hoch qualifizierte Ingenieure.

Vor zwei Jahren hat Cook auch ausführlich erläutert, warum Apple weiterhin vor allem in China produzieren lässt. Dabei spielten die niedrigeren Montagekosten nur eine untergeordnete Rolle, sagte er auf dem Fortune Global Forum im chinesischen Guangzhou. "In China findet man die Schnittstelle zwischen handwerklicher Kompetenz, anspruchsvoller Robotik und der Welt der Informatik." Diese Art von Geschicklichkeit sei für das Geschäft von Apple sehr wichtig. "Uns gefällt die Präzision und das Qualitätsniveau." Viele China-Pläne von Unternehmen richteten sich an der Größe des chinesischen Marktes aus. "Aber für uns ist die Attraktion Nummer eins die Qualität der Leute."

Im Vorfeld des Trump-Besuchs in Austin schlug Cook einen anderen Ton an. Eigentlich werde das iPhone überall produziert, sagte Cook dem TV-Sender ABC News: "Das Glas des iPhone, das jeder den ganzen Tag berührt, wird in Kentucky hergestellt. Wenn man das iPhone auseinandernehmen würde, würde man viele Chips sehen, die auch in den Vereinigten Staaten hergestellt werden. Das iPhone ist das Produkt einer globalen Lieferkette."
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