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Amazon-Gründer

Jeff Bezos ist stolz auf Amazons Arbeitsbedingungen

von - 27.04.2018
Jeff Bezos
Foto: Amazon
Er ist der reichste Mann der Welt und seit Kurzem nun auch Träger des Axel Springer Awards: Der Verlag verlieh dem Amazon-Gründer Jeff Bezos die Auszeichnung als Würdigung für visionäres Unternehmertum in der Internetwirtschaft.
Amazon-Gründer Jeff Bezos geht davon aus, dass sein Vermächtnis die Investitionen zur Erforschung des Weltraums sein werden. Die von ihm finanzierte Raumfahrt-Firma Blue Origin sei "das Wichtigste, was ich mache", sagte Bezos bei der Verleihung des Axel Springer Awards in Berlin. Er denke, dass die Erschließung des Sonnensystems unter anderem nötig sei, um künftige Energiekrisen zu verhindern. Außerdem werde die Menschheit irgendwann die Schwerindustrie von der Erde wegverlagern.
Der 54-jährige Bezos ist Gründer und Chef des weltgrößten Online-Händlers Amazon sowie Eigentümer der "Washington Post". Seine Amazon-Beteiligung macht ihn - zumindest auf dem Papier - zum reichsten Mann der Welt mit einem Vermögen von aktuell mehr als 120 Milliarden US-Dollar. Springer verlieh ihm die Auszeichnung als Würdigung für visionäres Unternehmertum in der Internetwirtschaft sowie die konsequente Digitalisierungsstrategie der 140 Jahre alten US-Traditionszeitung.
Bezos wurde in Deutschland allerdings von dem Streit mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi eingeholt. Verdi fordert für die Beschäftigten in Amazons Logistikzentren schon seit Jahren einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels und organisierte vor dem Springer-Gebäude eine Protestkundgebung mit mehreren hundert Teilnehmern.

Zu hoher Arbeitsdruck

Die Gewerkschaft kritisiert, Beschäftigte könnten von den Gehältern nicht leben, während Bezos der reichste Mann der Welt sei. Außerdem sei der Arbeitsdruck zu hoch. Der US-Konzern, der bundesweit mehr als 12.000 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt, kontert, man zahle am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei - "an allen Standorten in Deutschland mindestens 10,52 Euro brutto pro Stunde".
Bezos wies die Vorwürfe bei der Preisverleihung zurück. "Ich bin sehr stolz auf unsere Arbeitsbedingungen. Ich bin sehr stolz auf die Gehälter, die wir zahlen." Ohne Verdi direkt zu nennen, sprach er von Kritikern, die eigene Interessen verfolgten.
Bezos hatte Amazon 1994 gegründet und entwickelte das Online-Buchgeschäft zum weltweiten Einzelhändler, Marktplatz und Anbieter von Cloud-Diensten weiter. Die "Washington Post" kaufte er im Jahr 2013.
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