So merken Sie sich Ihre Passwörter

4 Tricks für komplexe Passwörter

von Andreas Fischer - 04.09.2013
So erstellen Sie mit einfachen Hilfsmitteln komplexe Passwörter, die in keinem Wörterbuch zu finden sind.

1. Die Akronym-Methode

Die Akronym-Methode: Der Satz „Was sind doch die rechtschaffenen Leute für Schurken!“ von Émile Zola ergibt das Passwort WsddrLfS!
Die Akronym-Methode: Der Satz „Was sind doch die rechtschaffenen Leute für Schurken!“ von Émile Zola ergibt das Passwort WsddrLfS!.
Die Akronym-Methode ist die am weitesten verbreitete Methode, um ein praktisch unknackbares Passwort zu erstellen.
Um sie anzuwenden, nehmen Sie einen beliebigen Satz. Das kann der Anfang eines Songs sein, der letzte Satz in einem bestimmten Buch oder ein selbst ausgedachter Satz, der sich leicht merken lässt. Aus den Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter dieses Satzes in Groß- und Kleinschreibung und mit den Satzzeichen bilden Sie dann Ihr Passwort.
Wichtig ist nur, dass Sie sich diesen Satz entweder selbst gut merken können oder dass Sie die Möglichkeit haben, ihn jederzeit wieder nachzuschlagen.
Ein Beispiel: Der letzte Satz in „Der Bauch von Paris“ von Émile Zola lautet: „Was sind doch die rechtschaffenen Leute für Schurken!“. Dieser Satz ergibt das neun Zeichen lange Passwort WsddrLfS!.
Falls Sie Ihren Satz doch einmal vergessen haben, nehmen Sie das Buch aus dem Regal und finden so das Passwort wieder heraus.
Wie sich Ihr sicheres Passwort weiter verfeinern lässt, zum Beispiel mit Ziffern oder mit Satz- und Sonderzeichen, lesen Sie im Abschnitt „Abwandlungen“.

2. Die Satz-Methode

Die Satz-Methode: Der Satz „Mein zweites Auto war ein roter VW Golf“ führt zum extralangen Passwort Mein2.Autowar1roterVWGolf
Die Satz-Methode: Der Satz „Mein zweites Auto war ein roter VW Golf“ führt zum extralangen Passwort Mein2.Autowar1roterVWGolf.
Sätze lassen sich auch dazu verwenden, um extralange Passwörter zu erstellen, die frühestens in Hunderten, wenn nicht Tausenden von Jahren geknackt werden können.
Ein Beispiel: Wieder nehmen Sie einen Satz, fügen diesmal aber die einzelnen Wörter zusammen und ersetzen Zahlwörter durch Ziffern. So ergibt sich aus dem simplen Satz „Mein zweites Auto war ein roter VW Golf“ das 25 Zeichen lange Passwort Mein2.Autowar1roterVWGolf.
Die einzelnen Wörter finden sich zwar in Wörterbüchern, aber nicht in dieser Kombination. Ein Knackversuch mit Hilfe eines Wörterbuchs würde also scheitern.

3. Die Doppelwort-Methode

Die Doppelwort-Methode: Die Namen der beiden Nachbarn Herr Müller und Frau Schneider ergeben das Passwort HeMue+FrSc
Die Doppelwort-Methode: Die Namen der beiden Nachbarn Herr Müller und Frau Schneider ergeben das Passwort HeMue+FrSc.
Eine weitere Methode, ein sicheres Passwort zu erstellen, setzt auf eine Kombination von jeweils zwei Wörtern.
Das können zum Beispiel die Namen zweier Nachbarn im Erdgeschoss sein oder die beiden Straßen an einer Kreuzung. Hier nehmen Sie jeweils die ersten beiden Buchstaben eines Wortes und ersetzen das Wort „und“ durch ein Pluszeichen.
Ein Beispiel: Aus „Herr Müller und Frau Schneider“ ergibt sich so das Passwort HeMue+FrSc. Umlaute wie ü oder ä ersetzen Sie am besten gleich durch ue und ae, weil viele Online-Dienste die deutschen Umlaute in Passwörtern nicht unterstützen.
Außerdem wird das Passwort dadurch auch noch länger und jeder einzelne Buchstabe wirkt sich erheblich auf die Knackdauer aus.

4. Die Leetspeak-Methode

Die Leetspeak-Methode: Ersetzen Sie einzelne Buchstaben durch Ziffern, um etwa aus Marie-Antoinette das Passwort Mar13-4nt01n3tt3 zu bilden
Die Leetspeak-Methode: Ersetzen Sie einzelne Buchstaben durch Ziffern, um etwa aus Marie-Antoinette das Passwort Mar13-4nt01n3tt3 zu bilden.
Der Begriff Leetspeak steht für eine Methode, bei der einzelne Buchstaben durch Ziffern ersetzt werden. Meist wird dabei ein e in eine 3, ein o in eine 0, ein a in eine 4 und ein i in eine 1 umgewandelt.
Diese Methode lässt sich dazu verwenden, ein gängiges Wort so abzuwandeln, dass es nicht mehr in einem Wörterbuch auftaucht. Viele Möglichkeiten, welche Buchstaben Sie wie ersetzen können, finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Leetspeak.
Ein Beispiel: Aus dem Vornamen Marie-Antoinette wird so Mar13-4nt01n3tt3. Die genannten Ersetzungen sind allerdings auch vielen Passwortknackern bereits bekannt. Statt aus einem a eine 4 zu machen, wäre zum Beispiel statt des a auch die Kombination /-\ denkbar.