Kaufberatung

Hybridfestplatte oder SSD?

von - 10.02.2014
Hybridfestplatten kombinieren eine herkömmliche Festplatte mit einer SSD zu einem einzigen Laufwerk. Ist das eine tolle Idee oder ein fauler Kompromiss?
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Hybridfestplatten kombinieren eine herkömmliche Festplatte mit einer SSD zu einem einzigen Laufwerk. Ist das eine tolle Idee oder ein fauler Kompromiss?
Die Kurzform SSHD steht für Solid State Hybrid Drive. Damit werden Hybridlaufwerke bezeichnet, die eine normale Festplatte mit einer SSD kombinieren. Der Vorteil dieser Kombination soll sein, eine hohe Speicherkapazität zu einem geringen Preis zu erhalten und gleichzeitig von den schnellen Schreib- und Leseraten einer SSD zu profitieren.
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Festplatte mit Flash-Speicher: Eine Hybridfestplatte kombiniert zwei Speichertechniken in einem Laufwerk. Der langsame Magnetspeicher fasst bei aktuellen Modellen zwischen 320 und 2000 GByte, der schnelle Flash-Speicher nur 8 GByte.
Konditionierung: Bei jedem Programmstart protokolliert die Hybridfestplatte, welche Dateien gelesen wurden, und kopiert sie in den Flash-Speicher. Der nächste Programmstart ist schneller, weil die Dateien schon im Flash-Speicher bereitstehen.
Protokoll des Windows-Starts: Seagates Hybridfestplatten beschleunigen den Windows-Start, indem sie ab dem Einschalten des Rechners die ersten 45 Sekunden der Leseaktivität protokollieren. In dieser Zeit startet Windows normalerweise komplett durch.
Flash-Speicher kann nur gelesen werden: Wenn Sie Dateien speichern, dann landen sie ohne Umweg auf der Festplatte. Nur beim Lesevorgang kommt der zusätzliche Flash-Speicher ins Spiel. Eine Hybridfestplatte beschleunigt das Schreiben also nicht.

Profi-Wissen :

Hybridfestplatten - Festplatten mit SSD

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Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen und zeigt für jede Situation die beste Lösung. Details zur Technik von Hybridfestplatten finden Sie im Profi-Wissen „Hybridfestplatten - Festplatten mit SSD“.

SSHDs sparen Platz

Samsung 840 Evo: Diese SSD der 840er-Reihe hat nur 250 GByte Kapazität und kostet rund 150 Euro. Eine SSD bietet also wenig Speicherplatz zu einem hohen Preis.
Samsung 840 Evo: Diese SSD der 840er-Reihe hat nur 250 GByte Kapazität und kostet rund 150 Euro. Eine SSD bietet also wenig Speicherplatz zu einem hohen Preis.
SSDs sind zwar sehr schnell, der Speicherplatz ist aber im Vergleich zu Festplatten eher gering. Für denselben Preis, den man für eine Festplatte mit 1 TByte Kapazität bezahlt, bekommt man meist nur SSDs mit 64 GByte Speicherplatz, in seltenen Fällen mit 128 GByte. Benötigt man mehr Speicherplatz auf der SSD, muss man auch deutlich mehr bezahlen.
Deshalb greifen viele Anwender auf eine Doppellösung zurück. Sie verbauen in ihrem Rechner eine kleine, aber schnelle SSD, auf der das Betriebssystem und die wichtigsten Programme installiert werden. Zusätzlich steckt in dem PC noch eine Festplatte mit viel Kapazität, die aber deutlich langsamer ist. Auf der Festplatte landen dann selten benötigte Daten beziehungsweise Daten, die nicht sehr schnell gelesen werden müssen.
Flache Bauweise: Notebooks leiden unter Platzmangel. Deshalb passt meist nur eine Festplatte hinein, die zudem sehr dünn sein muss. Diese 2,5-Zoll-SSHD ist 7 mm flach
Flache Bauweise: Notebooks leiden unter Platzmangel. Deshalb passt meist nur eine Festplatte hinein, die zudem sehr dünn sein muss. Diese 2,5-Zoll-SSHD ist 7 mm flach.
In einem PC-Gehäuse ist für eine solche Doppellösung mehr als genug Platz. Meist lassen sich sogar noch mehr Festplatten und SSDs einbauen. In einem Notebook ist hingegen sehr viel weniger Platz. Hier passt in der Regel nur ein einziger Massenspeicher hinein, der überdies sehr flach sein muss. Besitzer eines Notebooks müssen sich, wenn sie viel Speicherplatz benötigen, also entweder für eine sehr teure SSD oder aber für eine günstige Festplatte entscheiden.
Eine Alternative wären hier  Hybridfestplatten. Sie bieten viel Speicherplatz, SSD-ähnliche Leseraten und sind im für Notebooks  typischen 2,5-Zoll-Format erhältlich.
Lange Zeit bot Seagate seine SSHDs deshalb auch nur im 2,5-Zoll-Format an, weil sie für den Notebook-Einsatz konzipiert waren. Erst seit Kurzem gibt es SSHDs auch im größeren 3,5-Zoll-Format.
In einem Notebook oder einem Mini-PC, wo nur Platz für einen Massenspeicher ist, kann eine SSHD also durch ihre kleinen Abmessungen punkten, in einem normalen Desktop-PC entfällt dieser Vorteil.