Argumente fürs Webhosting in der Cloud

Kostentransparenz & Anforderungen

von - 06.06.2017
Auf Heller und Pfennig: So präsentiert sich der Kostenkalkulator von AWS.
Argument vier: »Das Budget für die Nutzung von Diensten in der Cloud kann schwanken und ist nicht absehbar.« Das stimmt – zumindest zu einem Teil. Und das kann positiv wie auch negativ bewertet werden. Wie bereits zuvor erwähnt, beruht Cloud Computing auf dem Pay-per-Use-Prinzip. Es werden nur die Dienste und Ressourcen berechnet, die wirklich genutzt werden – und das meist minuten- oder stundengenau.

Kurzfristige Anforderungen

Wenn das Entwickler-Team urplötzlich zehn Server benötigt, um zu testen, ob die neu entwickelte Applikation auch gemäß der Spezifikation die Last ordentlich auf mehrere Instanzen verteilt, muss keine Hardware bestellt oder für solche Situationen bereitgehalten werden. Die Server werden einfach in der Cloud hochgefahren und nach Abschluss der Tests wieder stillgelegt. Nur die Ressourcen, die während dieser Zeit wirklich genutzt wurden, werden berechnet, nicht mehr und nicht weniger. Ein anderes gutes Beispiel sind Kampagnen und saisonbedingte Aktionen. Online-Shops, deren Zugriffszahlen jedes Jahr zum Weihnachtsgeschäft signifikant ansteigen, aber den Rest des Jahres eher eine wesentlich niedri­gere Auslastung aufweisen, profitieren von der relativ einfachen Skalierbarkeit in der Cloud.
Ähnliches gilt für Marketing-Kampagnen, wie zum Beispiel TV-Spots, Werbevideos oder regelmäßige Newsletter, die besondere Angebote avancieren und einen Ansturm auf die Website oder den Online-Shop zur Folge haben können. Nicht selten resultiert dieses in einer Überlastung des Web- oder Datenbankservers, wenn auf ein statisches Hosting gesetzt wurde und die Infrastruktur nicht automatisch skaliert.
Ein Nachteil der automatischen Skalierung liegt aber ebenfalls klar auf der Hand: Die Höhe der Kosten kann von Rechnung zu Rechnung stark variieren. Hier hilft nur eine gute Budgetplanung und Werkzeuge, die einen dabei unterstützen, die Kosten im Auge zu behalten.
Zwei Lösungen, die beispielsweise Amazon Web Services (AWS) anbietet, sind der Kostenkalkulator und automatische Benachrichtigungen. AWS hat eine riesige Produktpalette an Diensten mit ganz unterschiedlichen Kosten und Berechnungen. Einige Dienste werden nach angefallener Datenmenge oder IO-Requests berechnet, andere haben einen Festpreis pro Stunde, Tag oder Monat.
Besonders für AWS-Neulinge kann eine Kostenschätzung sehr schwierig sein. Der Kostenkalkulator von AWS erlaubt es, die Dienste zu selektieren, die man zu nutzen plant. Basierend auf den eingegebenen Daten werden dann die Kosten ermittelt und übersichtlich dargestellt.

Benachrichtigungsfunktion

Kostenkontrolle: Die Benachrichtigungsfunktion voni AWS schlägt Alarm, wenn die monatlichen Kosten eine vordefinierte Höhe erreicht haben.
Eine weitere sinnvolle Funktion bei AWS ist die Benachrichtigungsfunktion: Über den Dienst CloudWatch lassen sich bestimmte Werte konfigurieren, die stets überwacht werden. Das kann die CPU-Auslastung bei virtuellen Servern, aber auch der aktuell belegte Speicherplatz oder das angefallene Datenvolumen sein. Werden zuvor eingestellte Schwellenwerte erreicht oder überschritten, können Aktionen ausgelöst werden.
Bei der CPU-Auslastung wäre das typischerweise das Starten eines weiteren Servers, um die Last zu verteilen. Einer dieser Werte kann allerdings auch die aktuelle Höhe der nächsten Rechnung sein. Anstatt beim Überschreiten eines bestimmten Betrags einen Server hoch- oder herunterzufahren, kann hier das Versenden einer E-Mail als auszuführende Aktion konfiguriert werden.
Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass man sich automatisch per E-Mail benachrichtigen lassen kann, wenn die monatlichen Kosten eine bestimmte Höhe erreicht haben und das Budget zu sprengen drohen.
Es versteht sich von selbst, dass sich durch solche Maßnahmen schwankende Rechnungskosten nicht vermeiden lassen, aber sie helfen bei der Budgetplanung ungemein.
Argument fünf: »Es handelt sich ja um keine dedizierte Hardware – andere Kunden, die dieselbe Hardware nutzen, kommen doch sicherlich irgendwie an unsere Daten.«
In der Tat birgt Virtualisierung ein gewisses Sicherheits­risiko. Die zuvor erwähnte Studie der Techconsult GmbH hat ermittelt, dass die Befragten vor allem Angst vor unberechtigtem Zugriff haben und sich Sorgen um die Datensicherheit machen. Allerdings sind sämtliche Dienste in Container gekapselt, inklusive eines dedizierten Kernels, was zu einem besseren Sicherheitskonzept führt, als es bei einigen traditio­nellen Hostern zu finden ist. Dort teilen sich nicht selten mehrere Kunden einen Server, und lediglich die konfigurierten Benutzerberechtigungen verhindern, dass ein Kunde auf Verzeichnisse anderer Kunden zugreifen kann.