Netzwerkmanagement

LAN, WLAN und WAN via Cloud verwalten

von - 11.05.2017
Netzwerkmanagement in der Cloud
Foto: Joe Techapanupreeda / Shutterstock.com
Eine Netzverwaltung aus der Cloud ist kostengünstig und vereinfacht das Einrichten und Überwachen von Unternehmensnetzen. Allerdings gibt es auch einige Nachteile zu beachten.
Spätestens seit jeder Mitarbeiter, Kunde, Gast oder Tagungsteilnehmer mindestens ein WLAN-fähiges mobiles Endgerät mit sich herumträgt, ist das manuelle Management von Netzen im Allgemeinen und von WLAN-Netzen im Besonderen kaum mehr sinnvoll durchführbar. „In der heutigen vernetzten Welt stehen Unternehmen unter großem Druck, die Anforderungen an eine ständige Konnektivität und eine optimale Nutzererfahrung zu erfüllen“, sagt Olaf Hagemann, SE Director DACH bei Extreme Networks. Trends wie IoT oder Big Data verschärfen die Situation, da sie zusätzliche Anforderungen an Bandbreite und Netz-Performance stellen. „Die Umgebungen werden zunehmend komplexer und verlangen einen hohen Grad an Automatisierung“, so Hagemann weiter.
Es ist also kein Wunder, dass Unternehmen nach Wegen suchen, die Verwaltung ihrer Netze zu optimieren. Dem Markt für Netzwerkmanagement-Lösungen wird ein kräftiges Wachstum vorhergesagt. Nach Angaben des Analystenhauses MarketsandMarkets soll das Umsatzvolumen weltweit von etwas über sieben Milliarden Dollar im Jahr 2014 auf gut elf Milliarden Dollar 2019 steigen – ein durchschnittlicher jährlicher Anstieg um 9,5 Prozent.

Komplexität und Kosten

Herkömmliche Netzwerkmanagement-Systeme basieren in der Regel auf Standardprotokollen wie dem Simple Network Management Protocol (SNMP). „Die Einrichtung und der Betrieb ist eine Sache für Experten“, sagt Hans-Dieter Wahl, Business Line Manager WLAN bei Bintec elmeg, „darüber hinaus ist der Funktionsumfang oftmals eingeschränkt und hängt davon ab, welche Parameter der Gerätehersteller über SNMP freigegeben hat.“ Wahl sieht einen Trend zu Netzwerkmanagement-Lösungen, die Systeme nicht nur vollständig administrieren können, sondern die auch einfach zu handhaben sind und in Zukunft womöglich sogar herstellerübergreifend funktionieren.
Olaf Hagemann
SE Director DACH bei Extreme Networks
Foto: Extreme Networks
„In der heutigen vernetzten Welt stehen Unternehmen unter großem Druck, die Anforderungen an eine ständige Konnektivität und eine optimale Nutzererfahrung zu erfüllen.“
Diese Lösungen kommen – wie könnte es anders sein –  aus der Cloud. „Der größte Vorteil von Cloud Managed Networking besteht in der verlässlichen, einfachen und zentralen Verwaltung, die von jedem Standort und zu jeder Zeit aus über eine einheitliche Verwaltungsplattform stattfindet“, sagt Lars Gurow, Public Relations Manager bei Cisco Deutschland. Ralf Koenzen, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Lancom Systems GmbH, sieht im Cloud-Management erhebliche Arbeitserleichterungen für die IT-Verantwortlichen: „Anders als früher beschreiben Administratoren zukünftig nur noch die Anforderungen an ihre Netze. Die zeitaufwendige, fehleranfällige Konfigurationsarbeit übernimmt die Cloud.“ Das bietet gerade Unternehmen mit eingeschränkten IT-Ressourcen Vorteile, findet Levin Merl, Regional Marketing Manager DACH bei Aruba: „Ein Netzwerkmanagement aus der Cloud vereinfacht die Verwaltung vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen erheblich.“ Aber auch für große Unternehmen, die eigentlich über genügend Know-how und Ressourcen für das Netzwerkmanagement verfügen, kann eine Cloud-Lösung interessant sein, meint Hagemann. Bestimmte Bereiche des Netzes, beispielsweise das Gäste-WLAN oder kleine Außenstellen, ließen sich so separat vom eigentlichen Produktivnetz verwalten. „Letztendlich kommt es immer auf den Einzelfall und die Anforderungen des Kunden an, ob eine Cloud-Lösung passt oder nicht“, so der Extreme-Networks-Director.
Michael Himmels
VP Business Solutions Devolo AG
Foto: Devolo
„Netzwerkmanagement aus der Cloud ist geradezu prädestiniert für Network as a Service, Managed-Service-Angebote und Multisite-Überwachung.“
Das Netzwerkmanagement aus der Cloud ist aber nicht nur für Anwenderunternehmen von Interesse, es bietet Service-Providern und Systemhäusern auch Potenzial für neue Geschäftsmodelle: „Netzwerkmanagement aus der Cloud ist geradezu prädestiniert für Network as a Service (NaaS), Managed-Service-Angebote und die Multisite-Überwachung“, erklärt Michael Himmels, VP Business Solutions bei der Devolo AG. Natürlich spielen auch die klassischen Cloud-Vorteile eine Rolle: Statt erst einmal hohe Kosten für Hard- und Software abschreiben zu müssen, wird nach Verbrauch abgerechnet. „Der Kunde zahlt nur die Leistungsmerkmale, die er benötigt, bei Bedarf werden weitere Funktionen einfach hinzugebucht“, sagt Hans-Dieter Wahl von Bintec elmeg.