Unzählige Probleme

Microsoft verärgert KMUs mit Windows 10

von - 10.12.2015
Verärgerter Microsoft-Kunde
Foto: Shutterstock/PathDoc
Seit einigen Tagen wirbt Microsoft verstärkt für Windows 10. Hunderte KMUs, die das Update deshalb durchführten, können in der Folge nicht mehr richtig arbeiten. Microsoft ist hilflos.
Weil bisher zwar viele, aber offenbar nicht genug Kunden von Windows 7 oder 8 auf das neuste Betriebssystem gewechselt sind, hat Microsoft jetzt die Update-Policy geändert. Bislang erschien auf dem Bildschirm der Nutzer einmal eine Meldung, doch bitte auf Windows 10 upzugraden. Wer das nicht wollte, wurde nicht mehr belästigt. Seit Ende November nützt einmaliges "Nein"-Klicken allerdings nichts mehr, der Kasten taucht in regelmäßigen Abständen wieder auf.
Upgrade-Hinweis auf Windows 10
Egal, welche Option ausgewählt wird: Früher oder später wird Windows 10 installiert.
Und die vorgenommenen Änderungen sind so beschrieben, dass manch einer denkt, es handle sich einfach um ein kleineres Update seines aktuellen Systems und klickt "Ja", um nicht mehr belästigt zu werden. Damit steht Microsoft vor einem Problem. Denn was ursprünglich Privatkunden zu Windows 10 locken sollte, betrifft auch kleine und mittlere Unternehmen (KMUs), die nicht an ein Domain-Netzwerk angeschlossen sind.
Darunter fallen diverse Kleinunternehmen wie Arzt- oder Anwaltspraxen, die nur eine Handvoll Angestellte und keine Ressourcen für eine eigene IT haben. Diese KMUs können nicht mehr wie gewünscht arbeiten, seit sie auf Windows 10 gewechselt haben.
Robert Kieslich von Schenk Röntgenbedarf AG verkauft digitale Röntgen-Systeme an Arztpraxen. Bei Kunden, die das Update durchführten, funktioniert seine Gerätesoftware nicht mehr und die verständnislosen Kunden belagern das Service-Center derart stark, dass in den letzten Tagen drei Mitarbeiter nur mit der Beantwortung der Anrufe beschäftigt waren. "Hier geht es um Menschenleben", sagt Kieslich, der zu seinem Frust bei Microsoft mit seinem Anliegen bisher auf taube Ohren gestoßen ist.