Mahnungen, Inkasso und Schufa

Identitätsdiebstahl kann teuer werden

von - 15.04.2016
Hacker Identitätsdiebstahl
Foto: welcomia / Shutterstock.com
Erst tauchen Mahnungen auf, dann steht eine Inkassofirma vor der Tür. Der Grund für solche bösen Überraschungen ist oft ein sogenannter Identitätsdiebstahl. Für Betroffene bedeutet das viel Ärger.
Deshalb ist Cyber-Sicherheit so wichtig: Sichere Passwörter wählen, Phishing-Mails ignorieren, Virenscanner installieren. Sicherheitstipps wie diese gibt es oft und ständig. Doch warum eigentlich? Warum muss man sich solche Mühe machen, Daten und Konten abzusichern?
Die simple Antwort: unter anderem, um den sogenannten Identitätsdiebstahl zu verhindern. So nennen Experten es, wenn Diebe fremde Identitäten und Daten missbrauchen, um etwa Beleidigungen zu verschicken, die Freunde ihrer Opfer um Geld zu bitten oder – die häufigste Variante - im Internet einkaufen zu gehen. Dabei lassen sie natürlich nur die Ware zu sich schicken, die Rechnung erhält der Bestohlene.
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Großartig anstrengen müssen sich Täter dafür oftmals nicht, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Bei vielen Shops reichten schon Name und Geburtsdatum für eine Bestellung aus - in Zeiten sozialer Netzwerke oft leicht verfügbare Daten.
Noch mehr Schaden kann entstehen, wenn Kriminelle weitere Informationen bis hin zu Konto- oder Kreditkartennummern in die Hände bekommen. An solche Daten kommen Identitätsdiebe auf zwei Wegen, erklärt Prof. Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Potsdam: "Einmal über den Massendiebstahl, bei dem Hacker sich Zugang zur Datenbank eines Servicebetreibers verschaffen und zahlreiche Identitäten auf einmal erbeuten", so der Experte. "Die zweite Möglichkeit besteht daraus, den einzelnen Nutzer gezielt anzugehen, zum Beispiel mit Phishing-Mails."
Gegen die erste Methode kann sich der einzelne Verbraucher kaum wehren – gegen die Konsequenzen aber schon. "Viele Nutzer machen sich nicht bewusst, was sie mit ihrem Passwort eigentlich schützen", so Meinel. "Denn oft geht es nicht nur um die unmittelbaren Inhalte eines Accounts, oft können Angreifer sich mit den Informationen auch Zugang zu anderen Diensten verschaffen."
So können Kriminelle selbst mit scheinbar harmlosen Daten Accounts bei Shops und Diensten anlegen und ein erbeutetes Passwort bei anderen Nutzerkonten des Opfers durchprobieren. Und Kriminelle mit Zugriff auf ein E-Mail-Konto können darüber bei vielen Diensten das Passwort zurücksetzen lassen und sich so Zugriff verschaffen.